Quellenangabe von bildern so zitierst du bilder und grafiken fehlerfrei

Eine saubere Quellenangabe bei Bildern ist weit mehr als nur eine lästige Formsache. Sie ist das Fundament wissenschaftlicher Sorgfalt und entscheidet oft mit über den Erfolg deiner Arbeit. Wer hier schlampt, riskiert nicht nur Punktabzüge, sondern stellt seine gesamte akademische Redlichkeit infrage.
Warum die quellenangabe von bildern so entscheidend ist
Bilder, Grafiken oder Diagramme sind Gold wert, wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen und deine Argumente zu untermauern. Doch sobald du eine Abbildung nutzt, die nicht von dir stammt, gehst du eine Verpflichtung ein: die korrekte Quellenangabe. Das ist kein optionaler Service, sondern ein Grundpfeiler des wissenschaftlichen Arbeitens.

Jede fremde Abbildung ist geistiges Eigentum. Vergisst du den Nachweis oder machst ihn fehlerhaft, ist das im Grunde wie Diebstahl – mit potenziell ernsten Folgen. Im Uni-Alltag reicht die Spanne von einer Rüge über Notenabzug bis hin zum kompletten Durchfallen der Arbeit.
Das risiko einer nachlässigen zitation
Stell dir vor, du hast Monate in deine Abschlussarbeit gesteckt, nur um am Ende eine schlechtere Note zu kassieren, weil die Bildquellen nicht sauber angegeben sind. Leider ist das kein seltenes Schreckensszenario. Prüfer achten akribisch auf solche formalen Details, denn sie sind ein klares Indiz für deine generelle wissenschaftliche Gründlichkeit. Eine unsaubere Zitation wirft sofort einen Schatten auf deine gesamte Leistung.
Die Zahlen sind alarmierend: Zwar nutzen in Deutschland rund 70 Prozent der Studierenden in Bachelor- und Masterarbeiten visuelle Elemente, doch nur etwa 45 Prozent zitieren diese wirklich lückenlos und korrekt. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 15 Prozent der Studierenden – das sind immerhin circa 420.000 – schon einmal eine Rüge oder einen Notenabzug wegen mangelhafter Bildquellen erhalten haben. Mehr zur Bedeutung korrekter Zitation findest du auf Studi-Kompass.
Ein sauberer Bildnachweis ist kein optionales Extra, sondern ein Beweis deiner akademischen Professionalität. Er zeigt Respekt vor dem Urheber und stärkt die Glaubwürdigkeit deiner Forschung.
Weit mehr als nur eine formale pflicht
Eine transparente Angabe deiner Bildquellen bringt dir aber auch handfeste Vorteile, die weit über das reine Vermeiden von Strafen hinausgehen. Sie hebt die Qualität deiner Arbeit auf ein neues Level.
- Nachvollziehbarkeit: Deine Leser und Prüfer können die Originalquelle ohne Mühe finden und den ursprünglichen Kontext der Abbildung nachvollziehen.
- Argumentative Stärke: Ein korrekt zitiertes Bild aus einer seriösen Quelle verleiht deinen Thesen sofort mehr Gewicht und Überzeugungskraft.
- Wissenschaftliche Integrität: Du zeigst unmissverständlich, dass du die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstanden hast und sie auch anwendest.
Letztendlich baust du dir mit einer konsequenten und sorgfältigen Arbeitsweise von Anfang an eine Professionalität auf, die dir im gesamten weiteren Studium und im Beruf nützen wird. Die korrekte Quellenangabe von Bildern ist also vor allem eine Investition in deine eigene Glaubwürdigkeit.
Die Anatomie einer korrekten Bildquellenangabe
Eine lückenlose Quellenangabe für ein Bild ist wie ein präzises Rezept – fehlt eine Zutat, ist das Ergebnis unvollständig. Damit deine Bildzitate jeder wissenschaftlichen Prüfung standhalten, müssen wir sie in ihre grundlegenden Bestandteile zerlegen. Jedes Detail spielt dabei eine wichtige Rolle, um die Herkunft einer Abbildung transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.
Die gute Nachricht ist: Die benötigten Informationen lassen sich fast immer auf wenige Kernkomponenten reduzieren. Ob du nun ein Foto aus einem alten Buch oder ein aktuelles Diagramm von einer Webseite zitierst – die grundlegende Struktur bleibt erstaunlich ähnlich. Deine Aufgabe ist es, wie ein Detektiv die richtigen Puzzleteile zusammenzusuchen.
Die vier Säulen jeder Bildquelle
Im Grunde genommen brauchst du immer vier Schlüsselinformationen, um eine Quelle sauber zu belegen. Sie bilden das Fundament für jede vollständige Angabe in deinem Literaturverzeichnis oder direkt unter der Abbildung.
- Wer? Der Urheber oder die Urheberin: Das ist die Person oder Organisation, die das Bild erstellt hat. Das kann ein Fotograf, ein Künstler, ein Grafiker oder auch ein ganzes Unternehmen sein.
- Wann? Das Veröffentlichungsjahr: Dieses Datum gibt an, wann das Bild erstmals publiziert wurde. Es hilft dabei, das Werk zeitlich korrekt einzuordnen.
- Was? Der Titel des Bildes: Jedes Werk hat einen Namen. Manchmal ist er offensichtlich, manchmal musst du ihn in den Metadaten oder der Bildbeschreibung suchen.
- Wo? Die Herkunftsquelle: Hier gibst du an, wo genau du das Bild gefunden hast. Das kann ein Buch sein, eine Fachzeitschrift, eine Webseite oder eine Datenbank.
Betrachte diese vier Elemente als deine persönliche Checkliste. Bevor du ein Bild in deine Arbeit einfügst, solltest du sicherstellen, dass du zu jedem dieser Punkte eine Angabe machen kannst.
Der häufigste Fehler bei der Bildzitation ist eine unvollständige Recherche. Nimm dir die Zeit, alle vier Säulen – Wer, Wann, Was, Wo – zu ermitteln. Das erspart dir später mühsame Korrekturen und sichert deine wissenschaftliche Sorgfalt.
Praktische Informationssuche für verschiedene Quellen
Wo du diese Informationen findest, hängt natürlich stark von der Art der Quelle ab. Eine Grafik aus einer Statista-Umfrage erfordert eine andere Herangehensweise als eine Fotografie aus einem gedruckten Ausstellungskatalog.
Stell dir vor, du nutzt eine Abbildung aus einem Fachbuch. In diesem Fall findest du den Urheber meist direkt in der Bildunterschrift oder im Abbildungsverzeichnis des Buches. Das Veröffentlichungsjahr des Buches steht im Impressum. Der Titel der Grafik ist oft Teil der Beschriftung, und als Quelle nennst du das Buch selbst mit Autor, Titel und Verlag.
Bei einem Online-Bild, zum Beispiel von einer Nachrichten-Webseite, sieht die Sache etwas anders aus. Der Fotograf oder die Agentur stehen oft direkt unter dem Bild. Der Titel kann der Titel des Artikels sein, und das Veröffentlichungsdatum des Artikels ist dein Anhaltspunkt. Als Quelle dient hier die exakte URL, ergänzt um das Datum, an dem du die Seite aufgerufen hast.
Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick, welche Informationen du für die häufigsten Quellentypen brauchst und wo du sie typischerweise findest.
Bestandteile einer vollständigen Bildquellenangabe
| Bestandteil | Beispiel Buch/Print | Beispiel Webseite | Beispiel Datenbank (z.B. Statista) |
|---|---|---|---|
| Urheber | Fotograf/Autor im Abbildungsverzeichnis oder Bildunterschrift | Fotograf/Agentur direkt unter dem Bild oder im Impressum | Ersteller der Statistik (z.B. Statista, Marktforschungsinstitut) |
| Jahr | Erscheinungsjahr des Buches (im Impressum) | Veröffentlichungsdatum des Artikels/der Seite | Jahr der Erhebung/Veröffentlichung der Daten |
| Titel | Titel der Abbildung laut Beschriftung | Eigener Titel des Bildes oder Titel des Web-Artikels | Titel der Statistik oder des Diagramms |
| Quelle | Buchtitel, Verlag, Seitenzahl | Vollständige URL und Abrufdatum | Name der Datenbank, URL oder DOI, Abrufdatum |
Diese Übersicht hilft dir, auf einen Blick zu erfassen, welche Puzzleteile du für eine saubere Quellenangabe zusammensetzen musst.
Umgang mit fehlenden Informationen
Was aber, wenn eine Information einfach nicht aufzutreiben ist? Keine Panik, auch dafür gibt es wissenschaftliche Konventionen.
- Kein Urheber: Findest du partout keinen Namen, verwendest du die Abkürzung „o. V.“ (ohne Verfasser).
- Kein Datum: Ist kein Jahr angegeben, nutzt du „o. J.“ (ohne Jahr).
- Kein Titel: Falls das Bild keinen offiziellen Titel hat, formulierst du eine kurze, prägnante Beschreibung in eckigen Klammern. Zum Beispiel: [Diagramm zum Nutzerwachstum sozialer Medien].
Transparenz ist hier der Schlüssel. Mit diesen Kürzeln zeigst du, dass du die Information nicht einfach übersehen, sondern dich bewusst an die gängigen Regeln für fehlende Angaben gehalten hast. Eine saubere Quellenangabe von Bildern ist somit auch dann möglich, wenn die Originalquelle Lücken aufweist.
Die gängigen Zitierstile in der Praxis
Je nach Fachbereich und Hochschule gelten unterschiedliche Regeln für die Formatierung deiner Quellenangaben. Das kann am Anfang ganz schön verwirrend sein, aber keine Sorge: Im Grunde verfolgen alle Zitierstile dasselbe Ziel, nämlich Transparenz und Nachvollziehbarkeit. In der Praxis konzentrierst du dich sowieso meist nur auf einen einzigen Stil – den, der in deiner Disziplin eben der Standard ist.
Hier bekommst du einen praxisnahen Leitfaden für die wichtigsten Zitierstile. Wir schauen uns die spezifischen Vorgaben für APA, MLA, Chicago und die deutsche Zitierweise ganz genau an. So erkennst du die feinen, aber entscheidenden Unterschiede und kannst sicher sein, dass deine Quellenangabe von Bildern am Ende exakt den Vorgaben deines Instituts entspricht.
APA 7: Der Standard für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
Der APA-Stil der American Psychological Association ist vor allem in den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften zu Hause. Hier wird großer Wert auf Aktualität gelegt, weshalb das Veröffentlichungsjahr immer eine zentrale Rolle spielt. Die Quellenangabe platzierst du direkt in der Bildunterschrift und zusätzlich im Literaturverzeichnis.
So baust du die Bildunterschrift auf:
Unter dem Bild beginnst du mit der Abbildungsnummer und einem aussagekräftigen Titel. In einer neuen Zeile folgt dann der Vermerk „Quelle:“ mit allen notwendigen Informationen.
- Grundstruktur: Abbildung 1. Titel des Bildes. Quelle: Aus Titel des Werks (S. xx), von A. A. Nachname, Jahr, Verlag (oder von Name der Webseite, Jahr, URL).
- Wichtig zu wissen: Der Titel des Bildes selbst wird nach APA-Vorgaben kursiv gesetzt.
Ein konkretes Beispiel für ein Bild aus einem Online-Artikel:
Abbildung 1. Sonnenuntergang am Meer. Quelle: Aus „Reisefotografie für Anfänger“, von M. Mustermann, 2023, (https://beispiel-blog.de/sonnenuntergang).
Und so sieht der Eintrag im Literaturverzeichnis aus:
Im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit wird der Eintrag dann noch etwas ausführlicher und folgt einem klaren Schema.
- Format: Nachname, A. A. (Jahr). Titel des Bildes [Art des Bildes]. Name der Webseite. URL
- Beispiel: Mustermann, M. (2023). Sonnenuntergang am Meer [Fotografie]. Beispiel-Blog. https://beispiel-blog.de/sonnenuntergang
MLA 9: Die erste Wahl in den Geisteswissenschaften
In den Geistes- und Sprachwissenschaften hat sich der MLA-Stil der Modern Language Association durchgesetzt. Hier stehen der Autor und der Titel des Werks stärker im Vordergrund. Ein markanter Unterschied zu APA: MLA verzichtet auf das Komma zwischen Autor und Titel, was für ein etwas anderes Schriftbild sorgt.
Die Bildunterschrift im MLA-Stil:
Die Bildunterschrift fällt hier oft knapper aus. Sie verweist auf den vollständigen Eintrag in der „Works Cited“-Liste, die du am Ende deiner Arbeit anfügst.
- Format: Abb. 1. Vorname Nachname, „Titel des Bildes.“ Titel der Webseite, Veröffentlichungsdatum, URL.
- Beispiel: Abb. 1. Max Mustermann, „Sonnenuntergang am Meer.“ Beispiel-Blog, 15. Juni 2023, beispiel-blog.de/sonnenuntergang.
Der Eintrag in der „Works Cited“-Liste:
Hier listest du alle Details auf, damit andere deine Quelle zweifelsfrei wiederfinden können.
- Format: Nachname, Vorname. „Titel des Bildes.“ Titel der Webseite, Herausgeber/Verlag, Veröffentlichungsdatum, URL.
- Beispiel: Mustermann, Max. „Sonnenuntergang am Meer.“ Beispiel-Blog, Blog-Verlag, 15. Juni 2023, beispiel-blog.de/sonnenuntergang.
Mein Tipp aus der Praxis: Achte penibel auf die Satzzeichen! Während APA viele Elemente mit Punkten trennt, nutzt MLA oft Kommas. Diese kleinen Details machen bei der formalen Bewertung oft den Unterschied aus.
Diese Grafik bringt auf den Punkt, welche Kerninformationen bei jedem Zitierstil die Basis bilden: der Urheber, der Titel und die eigentliche Quelle.
Man sieht sofort: Diese drei Säulen – wer hat es gemacht, wie heißt es und woher kommt es – sind das universelle Fundament für jede saubere Quellenangabe von Bildern.
Chicago-Stil: Beliebt in Geschichte und Kunst
Der Chicago-Stil ist flexibel und bietet zwei Systeme: das Autor-Datum-System (das an APA erinnert) und das Fußnoten-System. Letzteres ist besonders in den Geschichts-, Kunst- und Kulturwissenschaften extrem beliebt, weil es den Lesefluss nicht durch ständige Verweise im Text stört.
Die Fußnote direkt auf der Seite:
Für jede Abbildung setzt du im Text eine kleine, hochgestellte Ziffer. Diese verweist dann auf die Fußnote am unteren Seitenrand, die alle Details enthält.
- Vorname Nachname, Titel des Bildes, Jahr, Medium, Institution/Sammlung, Ort (falls zutreffend), URL.
- Max Mustermann, Sonnenuntergang am Meer, 2023, Digitale Fotografie, Beispiel-Blog, abgerufen am 10. Oktober 2023, https://beispiel-blog.de/sonnenuntergang.
Der Eintrag in der Bibliographie:
Der Eintrag im Literaturverzeichnis (der Bibliographie) ist fast identisch mit der Fußnote, allerdings steht hier der Nachname des Autors an erster Stelle, um die alphabetische Sortierung zu erleichtern.
- Format: Nachname, Vorname. Titel des Bildes. Jahr. Medium. Institution/Sammlung, Ort. URL.
- Beispiel: Mustermann, Max. Sonnenuntergang am Meer. 2023. Digitale Fotografie. Beispiel-Blog. https://beispiel-blog.de/sonnenuntergang.
Die deutsche Zitierweise mit Fußnoten
Die deutsche Zitierweise ist eng mit dem Chicago-Stil verwandt, hat aber ihre eigenen kleinen Eigenheiten entwickelt. Sie ist vor allem in den Rechts-, Geistes- und Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum verbreitet. Das A und O ist hier der vollständige Beleg in der Fußnote.
Der Vollbeleg beim ersten Mal:
Wenn du eine Quelle zum ersten Mal zitierst, musst du in der Fußnote alle Informationen angeben.
¹ Vgl. Vorname Nachname: Titel des Bildes, in: Titel der Webseite, [online] URL, Stand: TT.MM.JJJJ, abgerufen am TT.MM.JJJJ.
¹ Vgl. Max Mustermann: Sonnenuntergang am Meer, in: Beispiel-Blog, [online] https://beispiel-blog.de/sonnenuntergang, Stand: 15.06.2023, abgerufen am 10.10.2023.
Der Kurzbeleg für Wiederholungen:
Taucht dieselbe Quelle später im Text noch einmal auf, reicht ein Kurzbeleg. Das spart Platz und ist für den Leser übersichtlicher.
² Vgl. Nachname (Jahr).
² Vgl. Mustermann (2023).
Die genaue Ausgestaltung kann sich von Uni zu Uni leicht unterscheiden. Der beste Rat ist daher immer: Wirf einen Blick in den offiziellen Leitfaden deines Fachbereichs! Wenn du tiefer in die Materie eintauchen willst, erklärt unser umfassender Artikel, wie man richtig in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert. Letztendlich sind die Wahl des richtigen Stils und dessen konsequente Anwendung ein entscheidender Baustein für eine gelungene wissenschaftliche Arbeit.
Online-Bilder sicher nutzen: Urheberrecht und Lizenzen im Griff
Bilder aus dem Internet sind verlockend. Ein Rechtsklick, speichern, einfügen – fertig. Doch genau diese Leichtigkeit kann schnell zu einem rechtlichen Bumerang werden. Fast jedes Bild im Netz ist urheberrechtlich geschützt, und eine korrekte Quellenangabe von Bildern ist daher keine reine Formsache, sondern eine rechtliche Notwendigkeit.
Wer fremde Bilder ohne Erlaubnis nutzt, riskiert eine kostspielige Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung. Unwissenheit schützt da leider nicht. Bevor du also eine Abbildung in deine Arbeit packst, solltest du dich mit den Grundlagen des Urheberrechts und den gängigen Lizenzmodellen vertraut machen. Das erspart dir eine Menge Ärger.
Urheberrecht, Gemeinfreiheit und Creative Commons verstehen
Im Grunde ist es simpel: Das Urheberrecht gibt dem Schöpfer eines Werkes – ob Foto, Grafik oder Text – die alleinige Kontrolle über dessen Nutzung. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung geht also erstmal gar nichts.
Zum Glück gibt es aber auch Material, das du leichter verwenden kannst:
- Gemeinfreie Bilder (Public Domain): Hier ist der Urheberrechtsschutz erloschen. Das ist meistens der Fall, wenn der Urheber seit über 70 Jahren tot ist. Diese Bilder kannst du ohne Einschränkungen nutzen. Eine Quellenangabe ist zwar rechtlich oft nicht nötig, gehört im wissenschaftlichen Kontext aber zum guten Ton.
- Creative-Commons-Lizenzen (CC): Das ist ein geniales System. Urheber können damit ihre Werke unter klar definierten Bedingungen für andere freigeben. Statt „alle Rechte vorbehalten“ heißt es hier eher „einige Rechte vorbehalten“.
Gerade die Creative-Commons-Lizenzen sind für Studierende eine Goldgrube, werden aber oft falsch verstanden. Eine Bachelorprint-Umfrage zeigte, dass nur 40 Prozent der Studierenden die häufigste Lizenz (CC-BY 4.0) überhaupt kennen. Das ist riskant. Statistiken belegen, dass Mängel bei Bildzitaten weit verbreitet sind: 22 Prozent von 1,9 Millionen analysierten Hausarbeiten wiesen hier Fehler auf, was oft zu schlechteren Noten führte.
Die wichtigsten Creative Commons Lizenzen im Überblick
CC-Lizenzen sind wie ein Baukastensystem. Der Urheber kombiniert verschiedene Module, die dir als Nutzer genau sagen, was du mit dem Bild machen darfst und was nicht. Die Symbole dafür solltest du kennen.

Diese vier Bausteine definieren die Spielregeln:
- BY (Attribution): Du musst den Namen des Urhebers nennen.
- NC (Non-Commercial): Du darfst das Bild nicht für kommerzielle Zwecke nutzen.
- ND (No Derivatives): Du darfst das Bild nicht bearbeiten oder verändern.
- SA (Share Alike): Wenn du das Bild bearbeitest, musst du dein neues Werk unter der gleichen Lizenz veröffentlichen.
Für deine Arbeit sind vor allem diese Kombinationen relevant:
- CC BY (Namensnennung): Der Traum für jede wissenschaftliche Arbeit. Du darfst das Bild für alles verwenden, solange du den Urheber nennst.
- CC BY-SA (Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen): Du darfst das Bild sogar verändern. Dein neues Werk muss aber ebenfalls eine CC-BY-SA-Lizenz tragen.
- CC BY-NC (Namensnennung, nicht kommerziell): Für deine Hausarbeit ist das in der Regel kein Problem. Aber Vorsicht: Wenn du deine Arbeit später in einem kommerziellen Kontext veröffentlichen willst, geht das nicht.
- CC BY-ND (Namensnennung, keine Bearbeitung): Hier ist Vorsicht geboten. Selbst ein einfacher Zuschnitt oder eine Farbkorrektur kann schon als unerlaubte Bearbeitung gelten.
Mein Tipp: Prüfe vor der Nutzung immer die genaue Lizenz. Ein schneller Blick auf die Kürzel erspart dir rechtliche Kopfschmerzen und sorgt dafür, dass deine Quellenangabe von Bildern den Vorgaben entspricht.
So findest du die Lizenzinformationen in der Praxis
Woher weißt du nun, was Sache ist? Seriöse Plattformen wie Wikimedia Commons, Flickr oder Unsplash machen es dir einfach. Dort stehen die Lizenzinformationen meist direkt neben dem Bild – du kannst sie kaum übersehen.
So könnte eine korrekte Quellenangabe für ein Bild mit CC-Lizenz aussehen:
"Sonnenuntergang am Meer" von Max Mustermann, lizenziert unter CC BY 4.0.
Damit ist alles Wichtige drin: Titel, Urheber und die genaue Lizenz. Manchmal wird auch ein Link zur Lizenz selbst verlangt.
Ein ganz neues Feld tut sich übrigens bei digital erstellten Inhalten auf. Die Frage, wer bei der KI-Bildgenerierung eigentlich der Urheber ist, ist rechtlich komplex und erfordert besondere Sorgfalt bei der Quellenangabe.
Wenn du diese Grundlagen beherzigst, bist du auf der sicheren Seite. Du schützt dich nicht nur vor Plagiatsvorwürfen, sondern auch vor unerwarteten und teuren Abmahnungen. Eine bewusste Bildauswahl mit klaren Lizenzbedingungen ist der erste Schritt zu einer professionellen und rechtssicheren wissenschaftlichen Arbeit.
Quellenangaben praktisch in Word und LaTeX umsetzen
Die Theorie zur korrekten Quellenangabe von Bildern ist das eine, die technische Umsetzung im eigenen Dokument das andere. Wer schon mal versucht hat, Abbildungsnummern und Verzeichnisse von Hand zu pflegen, weiß: Es ist nicht nur mühsam, sondern auch extrem fehleranfällig. Zum Glück nehmen uns die gängigen Schreibprogramme wie Microsoft Word und LaTeX diese Sisyphusarbeit ab.
Wenn man die eingebauten Funktionen richtig nutzt, spart man nicht nur unglaublich viel Zeit, sondern sorgt auch für durchgehend korrekte und konsistente Verweise. Eine kleine Änderung – ein neues Bild am Anfang der Arbeit eingefügt – und bei manueller Pflege bricht das Chaos aus. Mit der richtigen Technik erledigen das die Programme für dich.

Bildzitate in Microsoft Word meistern
Für die meisten Studierenden ist Word das Werkzeug der Wahl. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Funktion „Beschriftung einfügen“. Anstatt die Bildunterschrift einfach unter die Abbildung zu tippen, gehst du einen strukturierten Weg, der sich am Ende definitiv auszahlt.
So gehst du vor:
- Füge dein Bild wie gewohnt ins Dokument ein.
- Klicke mit der rechten Maustaste auf das Bild und wähle im Menü „Beschriftung einfügen…“ aus.
- Es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem Word automatisch die nächste korrekte Nummer vergibt (also z. B. „Abbildung 1“).
- Direkt hinter diese Nummer schreibst du jetzt deinen Bildtitel und die vollständige Quellenangabe – genau so, wie es dein Zitierstil verlangt.
- Ein Klick auf „OK“ genügt, und Word fügt eine perfekt formatierte und nummerierte Bildunterschrift ein.
Der wahre Zauber dieser Methode zeigt sich, wenn du dein Abbildungsverzeichnis anlegst. Du gehst einfach an die gewünschte Stelle in deinem Dokument, klickst im Reiter „Referenzen“ (manchmal auch „Verweise“) auf „Abbildungsverzeichnis einfügen“, und Word zaubert eine makellose Liste all deiner Abbildungen mit Titel und Seitenzahl.
Einmal richtig eingerichtet, ist das System quasi ein Selbstläufer. Verschiebst du eine Abbildung, passt sich die Nummer an. Fügst du eine neue hinzu, werden alle folgenden automatisch neu durchnummeriert. Das ist Effizienz pur.
Wenn du diesen professionellen Ansatz auch für deine Literaturquellen nutzen möchtest, schau dir unsere Anleitung an, wie du ein Literaturverzeichnis automatisch erstellen kannst. Das rundet den ganzen Prozess ab.
Professionelle Bildquellen in LaTeX
Wer in den Natur- oder Technikwissenschaften unterwegs ist, kommt an LaTeX kaum vorbei. Das System bietet einfach eine unschlagbare Kontrolle über das Layout und die Struktur. Die Quellenangabe von Bildern wird hier elegant über die figure-Umgebung und den \caption-Befehl gelöst.
Bevor du loslegst, musst du sicherstellen, dass die nötigen Pakete in der Präambel deines Dokuments geladen sind. Ohne das graphicx-Paket geht gar nichts.
\usepackage{graphicx}: Dieses Paket ist die Grundlage, um mit\includegraphicsüberhaupt Bilder einfügen zu können.\usepackage[ngerman]{babel}: Sorgt dafür, dass Bezeichnungen wie „Abbildung“ auch wirklich auf Deutsch ausgegeben werden und nicht als „Figure“.
Ein Code-Beispiel aus der Praxis
Der folgende Code-Schnipsel zeigt, wie eine saubere Einbindung samt Beschriftung und Quelle aussieht. Du kannst ihn direkt als Vorlage für deine Arbeit verwenden.
\begin{figure}[h]
\centering
\includegraphics[width=0.8\textwidth]{bilder/dateiname_des_bildes.jpg}
\caption[Kurztitel für Abbildungsverzeichnis]{Langer Titel der Abbildung. Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Mustermann (2023, S. 42).}
\label{fig:beispielbild}
\end{figure}
Lass uns das kurz aufschlüsseln:
\begin{figure}[h]: Dies startet die sogenannte Gleitumgebung für die Abbildung. Der kleine Parameter[h]ist ein Vorschlag an LaTeX, die Abbildung möglichst genau „hier“ (here) im Text zu platzieren.\centering: Zentriert das Bild horizontal auf der Seite.\includegraphics[...]: Hiermit wird die eigentliche Bilddatei eingefügt. Der Pfad (bilder/dateiname...) muss natürlich stimmen.\caption[...]: Erzeugt die Bildunterschrift. Der optionale Text in den eckigen Klammern[...]ist Gold wert – er wird fürs Abbildungsverzeichnis genutzt und kann eine kürzere Version des Titels sein.\label{...}: Setzt eine unsichtbare, aber eindeutige Marke. Auf diese kannst du dich im Text mit\ref{fig:beispielbild}beziehen, um Querverweise zu erstellen.
Das Abbildungsverzeichnis selbst erstellst du in LaTeX mit einem einzigen, simplen Befehl: \listoffigures. LaTeX kümmert sich um den Rest, sammelt alle \caption-Einträge und generiert eine perfekte Liste. Die saubere technische Umsetzung in Word oder LaTeX ist damit der letzte, aber entscheidende Schritt, um deine Quellenangabe von Bildern auf ein professionelles Level zu heben.
Häufige Fragen zur Quellenangabe von Bildern
Auch wenn man noch so gründlich arbeitet, bleiben am Ende oft kleine Unsicherheiten. Genau deshalb gehen wir hier auf die typischen Fragen ein, die bei der Quellenangabe von Bildern immer wieder auftauchen. Hier findest du kurze, klare Antworten, damit du diese Hürden schnell und sicher nimmst.
Was mache ich, wenn der Urheber eines Bildes unbekannt ist?
Das kommt tatsächlich häufiger vor, als man denkt: Manchmal ist der Urheber eines Bildes auch nach gründlicher Suche einfach nicht auffindbar. Kein Grund zur Panik – für diesen Fall gibt es eine etablierte wissenschaftliche Vorgehensweise.
Anstelle des Namens nutzt du einfach die Abkürzung „o. V.“, was für „ohne Verfasser“ steht. Solltest du aber eine Organisation oder die Website als Herausgeber identifizieren können, gibst du stattdessen diese an.
Das Wichtigste hierbei ist Transparenz. Mit „o. V.“ zeigst du, dass du dich um die Angabe bemüht, aber keine Information gefunden hast. Das ist professioneller, als die Angabe einfach wegzulassen.
In der Praxis sieht das dann so aus:
- Im Textverweis: (o. V., 2021)
- Im Literaturverzeichnis: o. V. (2021). Titel des Bildes [Fotografie]. Abgerufen von http://beispiel-url.de
Muss ich meine eigenen Fotos und Grafiken auch zitieren?
Ja, auf jeden Fall! Jede einzelne Abbildung in deiner Arbeit braucht eine Quellenangabe, ganz egal, woher sie kommt. Das gilt eben auch für Fotos, die du selbst geschossen hast, oder für Diagramme, die du selbst erstellt hast.
Der Grund ist simpel: die Nachvollziehbarkeit. Deine Leserschaft muss auf den ersten Blick erkennen, welche visuellen Elemente von dir stammen und welche du aus externen Quellen übernommen hast.
- Für selbst erstellte Bilder schreibst du einfach „Quelle: Eigene Darstellung“ oder „Quelle: Eigene Aufnahme“.
- Basiert deine selbst erstellte Grafik auf den Daten einer anderen Quelle, musst du das ebenfalls kenntlich machen. Zum Beispiel so: „Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt (2022, S. 14)“.
Damit schaffst du eine saubere Trennung und belegst gleichzeitig, worauf deine Visualisierungen fußen.
Wie zitiere ich einen Screenshot aus einem Video?
Ein Screenshot ist im Grunde nichts anderes als ein direktes Zitat aus einem Video. Die Quelle ist also nicht der Screenshot an sich, sondern das Video, aus dem du ihn entnommen hast.
Entscheidend ist hier der Zeitstempel (Timestamp), damit die Stelle auch wirklich nachvollziehbar ist. In der Bildunterschrift nennst du also den Kanal oder den Regisseur, das Jahr und die exakte Zeitmarke des Screenshots.
- Beispiel für die Bildunterschrift: (Terra X, 2022, 00:12:34)
Der vollständige Eintrag zum Video – also mit Titel, Kanal und URL – gehört dann wie gewohnt ins Literaturverzeichnis. So kann jeder, der deine Arbeit liest, den Ursprung des Bildes sekundengenau zurückverfolgen.
Wo liegt der Unterschied zwischen Bildunterschrift und Abbildungsverzeichnis?
Obwohl sich beide auf Bilder beziehen, haben sie ganz unterschiedliche Aufgaben. Man sollte sie also auf keinen Fall verwechseln.
- Die Bildunterschrift steht immer direkt unter dem jeweiligen Bild im Fließtext. Sie liefert eine knappe Beschreibung und den Kurzbeleg der Quelle (z. B. Schmidt, 2022), der auf den ausführlichen Eintrag im Literaturverzeichnis verweist.
- Das Abbildungsverzeichnis ist eine separate Liste am Anfang oder Ende deiner Arbeit. Es ist ein reines Navigationsinstrument, das alle Abbildungen mit Nummer, Titel und der Seitenzahl auflistet, auf der sie zu finden sind.
Die komplette Quellenangabe von Bildern mit allen bibliografischen Details hat also ausschließlich im Literaturverzeichnis etwas zu suchen. Falls du mehr über die richtige Platzierung und Formatierung von Verweisen wissen möchtest, hilft dir unser Leitfaden zum richtigen Setzen von Fußnoten in deiner Hausarbeit weiter.
Steckst du bei deiner Hausarbeit fest oder fehlt dir einfach die Zeit? IntelliSchreiber erstellt dir in wenigen Minuten eine vollständige, wissenschaftliche Arbeit mit echten, überprüfbaren Quellen. Gib dein Thema an, lade bei Bedarf eigene Dokumente hoch und erhalte einen plagiatsfreien Text als Word-Datei, der akademischen Standards entspricht. Spare dir den Stress und sichere dir bessere Noten unter https://intellischreiber.de.