Wie zitiert man richtig in wissenschaftlichen arbeiten

Richtig zu zitieren bedeutet, die Ideen und Texte anderer in deiner Arbeit kenntlich zu machen. Das machst du durch einen Verweis direkt im Text und einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis. Ganz einfach ausgedrückt: Das ist die absolute Grundlage für wissenschaftliches Arbeiten. Es stärkt nicht nur deine Argumente, sondern schützt dich auch vor Plagiatsvorwürfen.
Die zwei gängigsten Wege dafür sind das Autor-Jahr-System, wie es bei Harvard oder APA üblich ist, und das klassische Zitieren in Fußnoten, das im deutschsprachigen Raum oft genutzt wird.
Warum das richtige zitieren über erfolg oder misserfolg entscheidet
Bevor wir uns die verschiedenen Zitierstile im Detail ansehen, sollten wir kurz klären, warum das Ganze für dein Studium so unglaublich wichtig ist. Hier geht es um viel mehr als nur das sture Befolgen von Regeln. Eine saubere Zitierweise ist das A und O deiner wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit und hebt deine Arbeit von einer bloßen Zusammenfassung auf ein professionelles Level.
Stell es dir so vor: Du stellst in deiner Hausarbeit eine starke These auf. Ohne Belege ist das erstmal nur eine persönliche Meinung. Sobald du aber passende Zitate einbaust, wird daraus ein stichhaltiges Argument, das auf der Forschung von Experten aufbaut.
Die drei säulen des guten zitierens
Im Grunde lässt sich die Wichtigkeit des Zitierens auf drei Punkte herunterbrechen, die am Ende auch direkt deine Note beeinflussen:
- Du untermauerst deine Glaubwürdigkeit: Mit jedem Zitat beweist du, dass du dich tief in die Fachliteratur eingearbeitet hast. Du zeigst, dass deine Argumente nicht einfach aus der Luft gegriffen sind, sondern auf dem soliden Fundament bestehender Forschung stehen.
- Du garantierst Nachvollziehbarkeit: Deine Leser – und ganz besonders dein Betreuer – müssen deine Gedankengänge nachverfolgen können. Präzise Quellenangaben machen genau das möglich. Sie erlauben es, die Originalquellen zu finden und die Qualität deiner Recherche zu bewerten.
- Du vermeidest zuverlässig Plagiate: Ein Plagiat, also das ungekennzeichnete Übernehmen fremder Gedanken, ist kein Kavaliersdelikt. Im schlimmsten Fall kann es zur Exmatrikulation führen. Korrektes Zitieren ist dein wirksamster Schutz gegen diesen schwerwiegenden Vorwurf.
Angesichts der stetig wachsenden Zahl von Studierenden – aktuell sind es knapp 2,9 Millionen an deutschen Hochschulen, verglichen mit 1,8 Millionen um die Jahrtausendwende – wird die Einhaltung dieser Standards heute strenger denn je kontrolliert. Mehr zur Entwicklung der Studierendenzahlen in Deutschland findest du bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
Am Ende des Tages entscheidet die Frage „Wie zitiert man richtig?“ darüber, ob deine Arbeit als eigenständige wissenschaftliche Leistung anerkannt wird. Sie ist eine Schlüsselkompetenz, die du während deines gesamten Studiums brauchen und verfeinern wirst.
Den passenden zitierstil für deine fachrichtung finden
Am Anfang fühlt sich die Welt der Zitierstile oft wie ein Dschungel an. APA, Harvard, MLA, deutsche Zitierweise – da kann man schnell den Überblick verlieren. Aber keine Sorge: Im Kern geht es bei allen nur darum, deine Quellenarbeit transparent und für deine Leser nachvollziehbar zu machen.
Bevor du dich in die Details stürzt, gilt eine goldene Regel: Wirf einen Blick in den Leitfaden deines Instituts oder Lehrstuhls. Fast immer gibt es dort eine klare Vorgabe, welcher Stil für deine Arbeit erwartet wird. Daran solltest du dich unbedingt halten, denn nichts wirkt unprofessioneller als ein wilder Stilmix.
Die zwei grundsysteme: Kurzbeleg im text oder fußnote?
Auch wenn es unzählige Varianten gibt, basieren fast alle Zitierstile auf zwei grundlegenden Systemen. Wenn du die einmal verstanden hast, ist der Rest nur noch Detailarbeit.
- Autor-Jahr-Systeme: Hier platzierst du einen Kurzbeleg direkt im Fließtext, meist in Klammern so: (Müller, 2023, S. 15). Das ist praktisch, weil der Lesefluss kaum gestört wird. Die bekanntesten Vertreter sind hier Harvard und APA. Sie haben sich vor allem in den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften durchgesetzt.
- Fußnoten-Systeme: Bei dieser Methode setzt du eine kleine, hochgestellte Ziffer an die entsprechende Stelle im Text. Am Ende der Seite findest du dann in der Fußnote die dazugehörige Quellenangabe. Die klassische deutsche Zitierweise oder der Chicago-Stil nutzen dieses System. Man findet sie häufig in den Geistes-, Geschichts- oder Rechtswissenschaften, wo oft ausführlichere Anmerkungen nötig sind.
Warum dieser ganze Aufwand überhaupt? Es geht um weit mehr als nur darum, lästige Regeln zu befolgen.

Richtiges Zitieren untermauert deine Argumente, schützt dich vor dem Vorwurf des Plagiats und ist am Ende oft ein entscheidender Faktor für eine gute Note. Es zeigt, dass du dich tief in dein Thema eingearbeitet hast.
Überblick der gängigsten zitierstile
Damit du ein besseres Gefühl für die Unterschiede bekommst, habe ich die vier Platzhirsche hier direkt miteinander verglichen.
| Zitierstil | Verweis im text | Typisches anwendungsfeld | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| APA (7th Ed.) | Autor-Jahr-System (Müller, 2023) | Sozialwissenschaften, Psychologie, Pädagogik | Sehr detailliertes Regelwerk, das auch Layout-Fragen klärt. |
| Harvard-Stil | Autor-Jahr-System (Müller 2023) | Wirtschafts- & Naturwissenschaften | Kein einzelnes, festes Regelwerk; viele institutsspezifische Varianten. |
| MLA-Stil | Autor-Seitenzahl-System (Müller 15) | Literatur- & Sprachwissenschaften, Geisteswissenschaften | Fokus liegt auf dem Autor, weniger auf dem Publikationsjahr. |
| Deutsche Zitierweise | Vollbeleg in Fußnote | Rechtswissenschaft, Geschichte, Theologie | Sehr ausführliche Angaben direkt auf der Seite des Verweises. |
Am Ende ist die wichtigste Erkenntnis: Sobald du dich für einen Stil entschieden hast (oder einer vorgegeben wurde), ziehe ihn absolut konsequent durch. Von der ersten bis zur letzten Seite. Das Mischen von Zitierweisen ist einer der häufigsten und ärgerlichsten Fehler in wissenschaftlichen Arbeiten.
Gerade der APA-Stil ist durch seine weite Verbreitung und sein sehr klares Regelwerk extrem beliebt. Er gibt dir eine verlässliche Struktur an die Hand. Wenn du damit arbeiten musst oder willst, schau dir unseren Leitfaden an, in dem wir dir Schritt für Schritt zeigen, wie du nach APA 7 zitieren kannst wie ein Profi. Eine saubere, konsequente Zitierweise ist die Visitenkarte deiner Arbeit.
Direkte und indirekte Zitate überzeugend einsetzen

Nachdem du den passenden Zitierstil für deine Arbeit gewählt hast, geht es jetzt ans Eingemachte. Wir tauchen tief in das eigentliche Handwerk ein: die Kunst, fremde Gedanken so in deinen Text zu flechten, dass sie deine Argumentation untermauern, ohne deine eigene Stimme zu erdrücken. Das A und O dabei ist die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Zitaten.
Ein direktes Zitat ist quasi die „Copy-Paste“-Variante – eine wortwörtliche, buchstabengetreue Übernahme aus einer Quelle. Du packst es in Anführungszeichen und signalisierst damit glasklar: „Dieser Satz stammt nicht von mir.“
Ganz anders das indirekte Zitat, oft auch Paraphrase genannt. Hier formulierst du die Kernaussage eines Textes mit deinen eigenen Worten neu. Das zeigt nicht nur, dass du eine Quelle gelesen hast, sondern dass du sie wirklich verstanden und gedanklich durchdrungen hast.
Wann du welches zitat wählen solltest
Die Entscheidung zwischen direktem und indirektem Zitat ist keine reine Geschmackssache. Sie ist vielmehr eine strategische Überlegung, die die Schlagkraft deiner Argumentation maßgeblich beeinflusst.
Setze direkte Zitate bewusst und sparsam ein, zum Beispiel wenn:
- eine bestimmte Formulierung extrem prägnant, einzigartig oder vielleicht sogar provokant ist und jede Umschreibung ihre Wirkung abschwächen würde.
- du eine offizielle Definition oder einen Gesetzestext exakt wiedergeben musst – hier gibt es keinen Spielraum.
- du die Aussage eines Autors ganz gezielt analysieren oder widerlegen willst und der genaue Wortlaut dafür entscheidend ist.
Greife lieber zum indirekten Zitat, wenn:
- du die zentrale Idee eines längeren Abschnitts oder sogar eines ganzen Kapitels auf den Punkt bringen willst.
- es dir primär um die reine Information geht, nicht um die spezielle Formulierung des ursprünglichen Autors.
- du die Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen miteinander verknüpfen und in einen größeren Gedankengang einbetten möchtest.
Eine gute wissenschaftliche Arbeit lebt von einer gesunden Balance. Zu viele direkte Zitate lassen deine Arbeit schnell wie eine lieblose Zitatensammlung wirken. Souveränes Paraphrasieren hingegen beweist deine Fähigkeit zur Synthese und Analyse – und genau das will dein Betreuer sehen.
Die korrekte formatierung in der praxis
Die technische Umsetzung ist natürlich entscheidend, um die Frage „Wie zitiert man?“ sauber zu beantworten. Schauen wir uns also an, wie du beide Zitatarten elegant in deinen Text integrierst. Die exakten Details hängen immer von deinem gewählten Zitierstil ab, aber die Grundprinzipien sind sich sehr ähnlich.
Beispiel für ein direktes Zitat (nach APA 7):
Stell dir vor, du schreibst über die Notwendigkeit von Innovationen im Klimaschutz. Du könntest einen Gedanken von Bill Gates aufgreifen:
Um die Dringlichkeit neuer Technologien zu betonen, argumentiert Gates (2024), dass „wir noch nicht über alle Werkzeuge verfügen, die wir benötigen, um den wachsenden Energiebedarf zu decken, ohne die Kohlenstoffemissionen zu erhöhen“ (S. 3).
- Der Aufbau: Autor, Jahreszahl und die exakte Seitenzahl sind hier unverzichtbar.
- Die Einbindung: Leite das Zitat immer mit deinen eigenen Worten ein, damit es nicht wie ein Fremdkörper im Text steht.
- Längere Zitate: Ein Zitat, das über 40 Wörter (nach APA) hinausgeht, wird als eigener, eingerückter Block ohne Anführungszeichen formatiert.
Beispiel für ein indirektes Zitat (nach APA 7):
Dieselbe Quelle könntest du auch paraphrasieren, um den Gedanken flüssiger in deine Argumentation einzubauen:
Gates (2024) weist darauf hin, dass trotz Fortschritten bei erneuerbaren Energien weiterhin technologische Durchbrüche notwendig sind, um den global steigenden Energieverbrauch klimaneutral zu gestalten (vgl. S. 3).
- Der Aufbau: Autor und Jahr sind Pflicht. Die Seitenangabe wird oft mit „vgl.“ (vergleiche) eingeleitet und ist wärmstens zu empfehlen – so erleichterst du deinem Leser die Nachprüfung.
- Deine Stimme: Achte darauf, nicht nur ein paar Wörter auszutauschen. Formuliere den Satzbau und die Struktur wirklich um, um deine eigene Denkleistung zu zeigen.
Mit diesen Grundlagen schaffst du ein solides Fundament für eine saubere Argumentation. Eine detaillierte Anleitung, wie du im Text zitieren und dabei alles richtig machen kannst, findest du in unserem weiterführenden Guide. Er hilft dir, auch bei komplexeren Fällen den Überblick zu behalten.
Digitale Quellen und Sonderfälle souverän zitieren
In der wissenschaftlichen Praxis sind gedruckte Bücher längst nicht mehr alles. Wir bewegen uns täglich im Netz, ziehen Informationen aus Webseiten, sehen uns Erklärvideos auf YouTube an und nutzen Daten von Online-Plattformen. Doch genau hier fangen die Probleme oft an: Wie zitiere ich eine Webseite ohne Autor? Was mache ich, wenn einfach kein Datum zu finden ist?
Diese Unsicherheit ist absolut verständlich. Digitale Quellen sind oft flüchtiger und folgen seltener einem klaren Standard als klassische Fachliteratur. Der Trick ist, sich ein festes Schema für diese Sonderfälle anzueignen. Das Ziel bleibt nämlich immer gleich: Deine Quelle muss für den Leser klar identifizierbar und nachprüfbar sein.
Wenn wichtige Angaben fehlen
Stell dir vor, du hast die perfekte Quelle für deine Argumentation gefunden – aber auf der Webseite steht weder ein Autor noch ein Datum. Kein Grund zur Panik. Für solche Fälle gibt es etablierte Lösungen.
- Kein Autor: Wenn kein persönlicher Verfasser genannt wird, springt die Organisation oder das Unternehmen ein, das die Webseite betreibt. Das könnte zum Beispiel die „Bundeszentrale für politische Bildung“ sein. Ist selbst das nicht ersichtlich, beginnst du den Verweis ausnahmsweise mit dem Titel des Beitrags.
- Kein Datum: Solltest du nach gründlicher Suche absolut kein Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum finden, greifst du zur Abkürzung „o. D.“ für „ohne Datum“. Im Literaturverzeichnis sortierst du diesen Eintrag dann ganz an den Anfang der Werke des jeweiligen Autors.
Profi-Tipp: Bevor du zu „o. D.“ greifst, wirf einen Blick in den Quellcode der Webseite. Oft geht das mit einem einfachen Rechtsklick und „Seitenquelltext anzeigen“. Manchmal verstecken sich Datumsangaben in den Metadaten, die auf der Seite selbst nicht sichtbar sind.
Online-Videos und Social Media zitieren
Ja, auch ein YouTube-Video oder ein prägnanter Tweet von einem Fachexperten können wertvolle Belege sein. Die Logik des Zitierens bleibt hier dieselbe, nur die spezifischen Angaben passen sich dem Medium an.
Beispiel für ein YouTube-Video (nach APA 7):Name des Kanals. (Jahr, Tag. Monat). *Titel des Videos* [Video]. YouTube. URL
Kurzgesagt – In a Nutshell. (2020, 15. März). *Ist Fleisch wirklich so schlimm?* [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=y69g1voY-dI
Bei Social-Media-Posts gibst du neben dem Autor (Profilname) und dem Datum auch die ersten bis zu 20 Wörter des Posts an, falls es keinen klaren Titel gibt. Das hilft enorm, den Beitrag wiederzufinden, selbst wenn sich die URL einmal ändern sollte.
Datenportale wie Statista richtig nutzen
Statistikportale sind eine wahre Goldgrube für Daten, aber hier lauert eine der häufigsten Fallen: das Sekundärzitat. Man vergisst leicht, dass Statista die Daten selten selbst erhebt, sondern sie von anderen Quellen – den eigentlichen Primärquellen – aufbereitet. Deine oberste Pflicht als Wissenschaftler ist es, immer die Originalquelle ausfindig zu machen und diese zu zitieren.
Das korrekte Vorgehen bei Statistikportalen ist eine essenzielle Fähigkeit geworden. Du musst klar zwischen Primär- und Sekundärliteratur unterscheiden und immer versuchen, die originale Quelle der Statistik zu zitieren. Nur wenn das partout nicht geht, greifst du auf den Verweis mit dem Zusatz „zitiert nach“ zurück. Um typische Fehler zu vermeiden, lohnt es sich, die spezifischen Vorgaben für Statista-Zitate genau zu kennen.
Wenn du also eine Statistik zur Smartphone-Nutzung verwendest, schau auf der Statista-Seite nach dem Hinweis wie „Quelle: Bitkom Research“. Deine Aufgabe ist es dann, die ursprüngliche Bitkom-Studie zu finden und zu zitieren. Nur wenn diese absolut unauffindbar ist, zitierst du Statista als Sekundärquelle – und kennzeichnest das auch ganz klar.
Dein Literaturverzeichnis – die fehlerfreie Visitenkarte deiner Arbeit

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Das Literaturverzeichnis ist so etwas wie die Visitenkarte deiner Recherche. Es steht zwar ganz am Ende deiner Arbeit, aber viele Betreuer werfen als Erstes einen Blick darauf, um sich einen Eindruck von der Qualität deiner wissenschaftlichen Arbeit zu verschaffen.
Jeder noch so kleine Fehler – ein falsch gesetztes Komma, ein inkonsistentes Format – sticht hier sofort ins Auge und kann dich unnötig Punkte kosten. Genau deshalb solltest du diesen letzten Schritt mit derselben Sorgfalt angehen wie die Recherche und das Schreiben selbst. Ein blitzsauberes Verzeichnis signalisiert Professionalität und unterstreicht die Gründlichkeit deiner gesamten Leistung.
Die Anatomie einer Quellenangabe
Unabhängig davon, für welchen Zitierstil du dich entscheidest, folgt jeder Eintrag im Literaturverzeichnis einer klaren Logik. Das Ziel ist immer dasselbe: Jemand muss deine Quelle schnell und zweifelsfrei wiederfinden können.
Dafür sind ein paar Kerninformationen unerlässlich:
- Wer? Nachname und Initialen des Autors oder der Autorin.
- Wann? Das Erscheinungsjahr der Publikation.
- Was? Der Titel des Werks – also des Buchs, Artikels oder Beitrags.
- Wo? Die Veröffentlichungsdetails wie Verlag, Name der Fachzeitschrift oder die URL bei Online-Quellen.
Wie genau diese Bausteine angeordnet und formatiert werden, hängt vom gewählten Stil ab. Eine Monografie (ein einzelnes Buch) wird natürlich anders aufgeführt als ein Artikel aus einem Sammelband oder eine Webseite.
Der Schlüssel zum Erfolg ist absolute Konsequenz. Hast du dich einmal für einen Stil entschieden, musst du ihn bei jeder einzelnen Quelle exakt gleich anwenden. Ein Mix aus den Regeln von APA und der deutschen Zitierweise ist ein absolutes No-Go.
Ordnung muss sein: Die alphabetische Sortierung
Im Literaturverzeichnis gibt es keine Grüppchenbildung. Alle deine Quellen – ob Buch, Fachartikel oder Online-Ressource – stehen in einer einzigen, langen Liste. Das einzige Ordnungsprinzip ist das Alphabet, sortiert nach dem Nachnamen des ersten Autors.
Ein kurzes Beispiel zur Sortierung:
- Müller, T. (2021). …
- Schmidt, A. (2019). …
- Wagner, L. & Bauer, F. (2022). … (Hier zählt der Name des Erstautors, also Wagner)
Diese simple Regel schafft eine klare Struktur. Sie sorgt dafür, dass jeder, der im Text einen Kurzbeleg wie „(Müller, 2021)“ liest, die vollständige Quelle im Verzeichnis sofort findet.
Ganz ehrlich: Dieses Verzeichnis von Hand zu erstellen, ist nicht nur mühsam, sondern auch extrem fehleranfällig. Ein kleiner Tippfehler, und schon gilt eine Quelle als nicht auffindbar. Programme wie Zotero oder Citavi sind hier Gold wert. Wenn du dir diese Arbeit erleichtern möchtest, schau dir unseren Guide an. Er zeigt dir, wie du dein Literaturverzeichnis automatisch erstellen und dabei Zeit und Nerven sparen kannst.
Typische fragen, die immer wieder auftauchen
Selbst wenn man sich stundenlang mit Zitierregeln beschäftigt hat, bleiben oft kleine Detailfragen. Das ist völlig normal. Im wissenschaftlichen Schreibprozess tauchen immer wieder knifflige Fälle auf, bei denen man kurz ins Stocken gerät. Genau dafür ist dieser Abschnitt gedacht: als schnelle Hilfe für die typischen Stolpersteine.
Hier habe ich die Antworten auf die Fragen zusammengetragen, die mir in meiner Laufbahn am häufigsten begegnet sind. Sieh es als deinen persönlichen Spickzettel für den Feinschliff.
Harvard vs. APA – wo genau liegt der unterschied?
Auf den ersten Blick sehen die Harvard-Zitierweise und der APA-Stil fast identisch aus, denn beide nutzen das Autor-Jahr-System direkt im Text. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail, und der entscheidende Unterschied ist der Grad der Regulierung.
APA (American Psychological Association) ist mehr als nur ein Zitierstil; es ist ein komplettes Regelwerk. Hier ist alles bis ins Kleinste festgelegt – von der genauen Form der Quellenangabe bis hin zur Gestaltung von Überschriften, Tabellen und Abbildungen.
Harvard ist dagegen eher ein Sammelbegriff für verschiedene, nicht einheitlich standardisierte Autor-Jahr-Stile. Viele Unis kochen hier ihr eigenes Süppchen und haben ihre ganz eigene „Harvard-Variante“ entwickelt.
In der Praxis sind es oft Kleinigkeiten, die den Unterschied machen: APA schreibt z. B. ein Komma zwischen Name und Jahr
(Müller, 2023), viele Harvard-Stile lassen es weg(Müller 2023). Auch im Literaturverzeichnis gibt es Abweichungen. Deshalb mein dringender Rat: Wirf immer einen genauen Blick in den Leitfaden deines Instituts!
Wie zitiere ich eine quelle, die ich selbst nicht gelesen habe?
Stell dir vor, du liest einen Text und findest darin ein geniales Zitat, aber die ursprüngliche Quelle ist einfach nicht aufzutreiben. Für diesen Fall gibt es das Sekundärzitat. Das sollte aber wirklich die absolute Notlösung sein. Der erste und wichtigste Schritt ist immer, zu versuchen, die Originalquelle (die Primärquelle) in die Finger zu bekommen.
Wenn das nachweislich nicht klappt, musst du das Zitat im Text ganz klar als Sekundärzitat kennzeichnen.
- Beispiel nach APA 7: Müllers These von 2010 (zitiert nach Schmidt, 2018, S. 45) argumentiert, dass …
- Im Literaturverzeichnis: Hier nimmst du dann nur die Quelle auf, die du wirklich in der Hand hattest – in unserem Beispiel also das Buch oder den Artikel von Schmidt aus dem Jahr 2018.
Mit dem Zusatz „zitiert nach“ spielst du mit offenen Karten. Du zeigst, dass du dich auf die Wiedergabe eines anderen Autors verlässt und deine Recherche transparent ist.
Muss ich wirklich meine eigenen, alten arbeiten zitieren?
Hier gibt es keine zwei Meinungen: Die Antwort ist ein klares Ja. Sobald du Ideen, ganze Sätze oder Daten aus einer deiner früheren Seminar- oder Abschlussarbeiten übernimmst, musst du sie genauso behandeln wie eine fremde Quelle.
Der Grund ist die Vermeidung von Selbstplagiat. Jede wissenschaftliche Arbeit muss eine eigenständige Leistung sein, die du für genau dieses Modul erbracht hast. Wenn du alte Textpassagen ohne Kennzeichnung wiederverwendest, täuschst du eine neue Leistung vor, wo keine ist. Indem du deine eigenen Werke korrekt zitierst, wahrst du die wissenschaftliche Integrität und machst klar, woher eine Idee ursprünglich stammt. Behandle deine alten Texte also einfach wie die eines anderen Forschers.
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