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Nominalisierung von Verben und Adjektiven für bessere Noten meistern

Nominalisierung von Verben und Adjektiven für bessere Noten meistern

Wenn wir Verben und Adjektive nominalisieren, verwandeln wir sie in Nomen. Klingt erstmal trocken, ist aber ein entscheidender Kniff, um Texten einen formelleren, objektiveren und präziseren Anstrich zu geben. Gerade im akademischen Schreiben ist dieser Stil nicht nur Kür, sondern Pflicht.

Was hinter dem Begriff „Nominalisierung“ wirklich steckt

Stellen Sie sich die Nominalisierung einfach wie eine Art sprachlichen Formwandler vor. Sie schnappt sich dynamische Wörter – Verben, die Handlungen beschreiben, und Adjektive, die Eigenschaften kennzeichnen – und gießt sie in eine neue Form: greifbare, feststehende Konzepte, also Nomen. Dieser kleine Dreh hat eine enorme Wirkung auf den Stil und die Aussage eines Satzes.

Statt also aktiv zu beschreiben, was jemand tut, rücken wir den Vorgang selbst ins Rampenlicht. Schauen wir uns das mal an:

  • Vorher (Verbalstil): „Der Forscher untersucht die Proben sorgfältig.“
  • Nachher (Nominalstil): „Die sorgfältige Untersuchung der Proben durch den Forscher…“

Merken Sie den Unterschied? Der Fokus verschiebt sich von der handelnden Person weg und hin zum Prozess selbst. „Die Untersuchung“ wird zum zentralen Begriff. Genau diese sachliche Distanz ist ein Markenzeichen des wissenschaftlichen Schreibens.

Warum das im Studium so wichtig ist

An der Uni und in der Forschung geht es darum, Fakten und Zusammenhänge so objektiv wie möglich darzustellen. Die Nominalisierung ist dabei eines der wichtigsten Werkzeuge im sprachlichen Koffer. Sie hilft dabei, komplexe Ideen verdichtet und formell auf den Punkt zu bringen – eine Fähigkeit, ohne die keine Hausarbeit, kein Essay und erst recht keine Abschlussarbeit auskommt.

Der Nominalstil ist tief im wissenschaftlichen Deutsch verankert. Eine Analyse von Texten deutscher Hochschulen ergab, dass im Schnitt 45 % der Sätze Nominalisierungen enthalten. Dabei sind es mit rund 62 % vor allem die Verben, die in Nomen umgewandelt werden. Wenn Sie tiefer in das Thema eintauchen möchten, finden Sie bei Deutsch mit Anna tolle Erklärungen.

Wer die Nominalisierung beherrscht, hebt seine wissenschaftlichen Texte auf ein professionelles Niveau. Man zeigt damit nicht nur sprachliche Kompetenz, sondern beweist auch, dass man komplexe Sachverhalte strukturiert und sachlich denken und präsentieren kann.

Der Schritt hin zu diesem formelleren Stil muss aber keine Hürde sein. Moderne KI-Schreibassistenten können hier eine echte Hilfe sein, indem sie stilistische Vorschläge machen und dabei helfen, den richtigen akademischen Ton zu finden. So wird der Übergang von der Alltagssprache zum anspruchsvollen wissenschaftlichen Ausdruck um einiges leichter.

Die häufigsten Muster der Nominalisierung sicher anwenden

Um bei der Nominalisierung von Verben und Adjektiven sattelfest zu werden, muss man die grundlegenden Baupläne kennen. Es gibt zum Glück klare, wiederkehrende Muster, die Ihnen dabei helfen, Wörter sicher und korrekt umzuwandeln. Sobald Sie diese einmal verinnerlicht haben, wird der ganze Prozess viel intuitiver und fließt ganz natürlich in Ihren Schreibstil ein.

Diese Konzeptkarte zeigt den Kernprozess auf einen Blick:

Eine Konzeptkarte veranschaulicht, wie Verben und Adjektive zu Nominalisierung führen, mit entsprechenden Symbolen.

Die Grafik macht deutlich, wie dynamische Handlungen (Verben) und beschreibende Eigenschaften (Adjektive) in feste, greifbare Konzepte (Nomen) umgewandelt werden. Genau das ist die Basis für einen präzisen und formelleren Schreibstil.

Der einfachste Weg: aus dem Infinitiv ein Nomen machen

Die direkteste Methode ist, einfach die Grundform eines Verbs – den Infinitiv – zu nehmen und ihn in ein Nomen zu verwandeln. Man stellt einen Artikel davor (fast immer „das“), und schon ist es passiert. Das neue Nomen ist dann immer sächlich.

  • Beispiel 1 (Verb): lernen

  • Nominalisierung: Das Lernen für die Klausur erfordert Disziplin.

  • Beispiel 2 (Verb): schreiben

  • Nominalisierung: Das Schreiben der Arbeit nahm mehrere Wochen in Anspruch.

Diese Form eignet sich perfekt, um eine Tätigkeit als allgemeinen Vorgang zu beschreiben, ohne sich auf eine bestimmte Person festzulegen.

Umwandlung mit typischen Endungen (Suffixen)

Ein anderer sehr gängiger Weg ist das Anhängen bestimmter Endungen, sogenannter Suffixe. Sie werden einfach an den Wortstamm eines Verbs oder Adjektivs geklebt. Der Clou dabei: Jedes Suffix verrät oft schon das grammatische Geschlecht (Genus) des neuen Nomens.

1. Die Endung „-ung“
Diese Endung wird an Verben gehängt und ist im Deutschen unglaublich produktiv. Alle Nomen, die auf „-ung“ enden, sind feminin (die).

  • Verb: prüfenNomen: die Prüfung
  • Verb: entwickelnNomen: die Entwicklung

2. Die Endungen „-heit“ und „-keit“
Mit diesen Suffixen verwandelt man vor allem Adjektive in Nomen. Auch hier gibt es eine feste Regel: Alle Nomen auf „-heit“ oder „-keit“ sind feminin (die).

  • Adjektiv: freiNomen: die Freiheit
  • Adjektiv: möglichNomen: die Möglichkeit

3. Die Endung „-nis“
Das Suffix „-nis“ kann sowohl an Verben als auch an Adjektive angehängt werden. Hier ist das Genus nicht ganz so eindeutig, es variiert zwischen sächlich (das) und feminin (die).

  • Verb: ergebenNomen: das Ergebnis
  • Verb: kennenNomen: die Kenntnis

Wenn Sie diese Suffixe erkennen, können Sie nicht nur Wörter korrekt nominalisieren, sondern bestimmen auch auf Anhieb das richtige Genus. Das ist ein riesiger Vorteil, um typische Grammatikfehler von vornherein zu vermeiden.

Adjektive, die direkt zu Nomen werden

Manchmal brauchen Adjektive gar keine extra Endung, um zu einem Nomen zu werden. Man erkennt sie dann daran, dass ein Artikel oder eine Mengenangabe wie „etwas“, „nichts“ oder „viel“ direkt davorsteht.

Dass das ein zentraler Punkt ist, zeigt auch ein Blick in die Deutsch-Lehrpläne: Bei 55 % der Grammatikübungen zu diesem Thema steht die Umwandlung von Adjektiven im Fokus, wobei Beispiele wie „schön“ zu „das Schöne“ allein schon 37 % ausmachen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, finden Sie weitere Einblicke zur Nominalisierung auf sofatutor.com.

  • Beispiel: Sie konzentrierte sich auf das Wesentliche.
  • Beispiel: In seiner Rede gab es nichts Neues.

Grammatikalische Fallstricke nach der Nominalisierung vermeiden

Sobald ein Verb oder Adjektiv zu einem Nomen wird, ändert sich sein Verhalten im Satz komplett. Diese Verwandlung ist die Quelle vieler typischer Fehler, denn das neue Wort folgt nun den Regeln für Nomen – mit allem, was dazugehört: Artikel, Pluralbildung und Deklination. Wenn Sie diese Konsequenzen kennen, können Sie die häufigsten Stolpersteine sicher umgehen.

Ein nominalisiertes Wort steht nämlich so gut wie nie allein. Es braucht einen Begleiter, meist einen Artikel, der sein grammatisches Geschlecht (Genus) anzeigt. Und genau hier beginnt für viele die Unsicherheit.

Welches Genus hat das neue Nomen?

Die Frage nach „der“, „die“ oder „das“ lässt sich zum Glück oft mit einfachen Faustregeln klären. Die wichtigsten hatten wir schon, aber hier sind sie noch einmal zur schnellen Orientierung:

  • Sächlich (das): Alles, was direkt vom Infinitiv eines Verbs abgeleitet wird, ist fast immer sächlich. Denken Sie an: das Laufen, das Denken, das Schreiben.
  • Feminin (die): Nomen, die auf typische Suffixe wie -ung, -heit, -keit, -schaft oder -tion enden, sind ausnahmslos feminin. Zum Beispiel: die Forschung, die Schönheit, die Möglichkeit.
  • Maskulin (der): Endungen wie -ling oder -ismus machen ein Nomen maskulin. Beispiele: der Prüfling, der Optimismus.

Diese Muster sind eine verlässliche Stütze, um ganz intuitiv den richtigen Artikel zu wählen und peinliche Fehler von vornherein auszuschließen.

Die Tücken der Pluralbildung und Deklination

Hat man das richtige Genus gefunden, taucht oft direkt die nächste Frage auf: Wie bildet man den Plural und wie beugt man das Wort korrekt durch die verschiedenen Fälle (Kasus)? Hier gibt es leider weniger allgemeingültige Regeln, aber ein paar Beobachtungen helfen ungemein weiter.

Infinitiv-Nominalisierungen wie das Lernen oder das Essen werden in der Regel nur im Singular verwendet. Sie beschreiben einen allgemeinen Prozess und können daher logischerweise keinen Plural bilden. Man kann ja nicht „die Lernens“ sagen.

Bei Nomen mit Suffixen wie „-ung“ ist die Sache zum Glück meist ganz einfach: Fast immer wird ein „-en“ angehängt, zum Beispiel die Meinung zu die Meinungen.

Eine besondere Stärke des Nominalstils liegt darin, Informationen elegant durch den Genitiv zu verknüpfen. Statt umständlich zu schreiben „Der Wissenschaftler analysiert die Daten“, ermöglicht die Nominalisierung die viel präzisere Formulierung „Die Analyse der Daten durch den Wissenschaftler“.

Diese Genitivkonstruktion wirkt nicht nur formeller, sondern verdichtet auch die Information auf den Punkt. Wer diese Struktur beherrscht, beweist einen fortgeschrittenen akademischen Schreibstil. Es ist also entscheidend, das nominalisierte Wort korrekt deklinieren zu können, um solche anspruchsvollen Satzgefüge zu meistern. Um die Satzstruktur weiter zu verfeinern, lohnt sich übrigens auch ein Blick auf die Kommasetzung bei Formulierungen wie „sowohl als auch“, denn das kann die Lesbarkeit komplexer Sätze enorm verbessern.

Die goldene Regel der Großschreibung: Worauf es wirklich ankommt

Die wichtigste und zugleich einfachste Regel bei der Nominalisierung von Verben und Adjektiven ist schnell gelernt: Jedes umgewandelte Wort wird großgeschrieben. Ab dem Moment der Umwandlung ist es ein Nomen, ganz egal, ob es ursprünglich laufen, schön oder wichtig hieß.

Nahaufnahme eines Schreibtisches mit Dokumenten, Laptop und Notizen zu Großschreibung und Datenanalyse.

Diese Regel konsequent zu befolgen, ist der erste Schritt zu einem professionellen und fehlerfreien Text. Der Trick dabei ist, die kleinen, aber verräterischen Signalwörter zu erkennen, die eine Nominalisierung fast immer einleiten.

Signalwörter als Ihre zuverlässigen Wegweiser

Stellen Sie sich diese Wörter wie Leuchtschilder vor, die Ihnen zurufen: „Achtung, jetzt kommt ein Nomen!“ Wenn Sie eines dieser Signale entdecken, muss das Verb oder Adjektiv direkt dahinter großgeschrieben werden. Ausnahmslos.

Man kann diese Helferlein in drei Gruppen einteilen:

  • Artikel (bestimmt und unbestimmt): Sobald ein der, die, das, ein oder eine vor einem Verb oder Adjektiv steht, wird es zum Nomen.

    • Beispiel: Das Laufen am Morgen klärt den Kopf.
  • Präpositionen mit verschmolzenem Artikel: Kombinationen wie beim (bei dem), zum (zu dem), ins (in das) oder aufs (auf das) sind absolut sichere Indikatoren.

    • Beispiel: Beim Schreiben der Analyse fielen ihm neue Details auf.
  • Mengen- und Zahlangaben: Auch Ausdrücke wie alles, nichts, etwas, wenig oder viel verwandeln das nachfolgende Wort in ein Nomen.

    • Beispiel: Er fügte seiner Argumentation nichts Neues hinzu.

Diese Regel zu beherrschen, ist mehr als nur ein Detail – es ist ein Qualitätsmerkmal. Wer Signalwörter sicher erkennt und die Großschreibung meistert, beweist sprachliche Sorgfalt und ein tiefes Verständnis für die deutsche Grammatik.

Was das für Ihren akademischen Erfolg bedeutet

Diese orthografische Sicherheit hat direkte Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Bewertung Ihrer Arbeit. Eine Analyse von 10.000 Hausarbeiten deutscher Universitäten (2022–2026) ergab, dass 82 % der mit „sehr gut“ bewerteten Texte eine hohe Dichte von über 50 Nominalisierungen pro 1000 Wörter aufwiesen. Bei den mit „ausreichend“ bewerteten Arbeiten waren es nur 28 %. Die korrekte Anwendung – angefangen bei der Großschreibung – ist also ein starker Indikator für akademisches Niveau. Mehr zu diesen Erkenntnissen zum akademischen Schreiben können Sie hier nachlesen.

Wenn Sie sich diese simple goldene Regel merken und aktiv auf die Signalwörter achten, räumen Sie eine der häufigsten Fehlerquellen aus dem Weg. Sehen Sie es als Fundament, auf dem Sie stilistisch überzeugende und fehlerfreie wissenschaftliche Texte aufbauen.

Die richtige Balance zwischen Nominal- und Verbalstil finden

Nominalisierung ist ein starkes sprachliches Werkzeug, keine Frage. Aber wie bei jedem guten Werkzeug kommt es auf die richtige Handhabung an. Wer es mit dem Nominalstil übertreibt, riskiert, dass seine Texte abstrakt, unpersönlich und schlichtweg schwer zu lesen sind. Es geht also nicht darum, so viele Nominalisierungen wie möglich unterzubringen. Die wahre Kunst liegt darin, eine gute Balance zu finden – zwischen dem präzisen, aber manchmal starren Nominalstil und dem lebendigen, dynamischen Verbalstil.

Man kann sich den Verbalstil wie einen guten Geschichtenerzähler vorstellen. Er nutzt aktive Verben, beschreibt, was passiert, und bringt die Dinge auf den Punkt. Sätze im Verbalstil sind meistens direkter, leichter verständlich und wirken einfach persönlicher.

Eine Waage mit Schildern 'Nominalstil' und 'Verbalstil' sowie 'Balance finden' als Mittelstück, symbolisiert Sprachstil.

Der Nominalstil hingegen ist eher der sachliche Experte. Er verdichtet Informationen, schafft eine professionelle Distanz und rückt abstrakte Konzepte oder Prozesse ins Zentrum. Genau deshalb ist er im wissenschaftlichen Schreiben so etabliert und wertvoll. Entscheidend ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann welcher Stil die bessere Figur macht.

Verbalstil vs. Nominalstil im Vergleich

Wann ist nun welcher Stil die klügere Wahl? Eine allgemeingültige Regel gibt es leider nicht, aber es gibt klare Tendenzen, die von der Absicht und dem Kontext abhängen. Die folgende Tabelle zeigt einige typische Situationen und verdeutlicht, wie sich die beiden Stile unterscheiden und wo ihre jeweiligen Stärken liegen.

Diese Tabelle stellt Sätze im aktiven Verbalstil denen im formelleren Nominalstil gegenüber, um die stilistischen Unterschiede und Anwendungsfälle zu verdeutlichen.

Situation Beispielsatz im Verbalstil (aktiv, dynamisch) Beispielsatz im Nominalstil (abstrakt, formell) Empfohlener Einsatz
Methodik beschreiben „Wir befragten 100 Studierende, um ihre Lerngewohnheiten zu erfassen.“ „Die Erfassung der Lerngewohnheiten erfolgte mittels der Befragung von 100 Studierenden.“ Verbalstil ist oft klarer, um den Forschungsprozess nachvollziehbar zu machen.
Ergebnisse zusammenfassen „Die Auswertung zeigte, dass die Konzentration im Laufe des Tages abnahm.“ „Die Auswertung zeigte eine Abnahme der Konzentration im Tagesverlauf.“ Nominalstil verdichtet Ergebnisse und hebt das Resultat (die Abnahme) hervor.
Definition formulieren „Man definiert Resilienz als die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen.“ Resilienz ist die Fähigkeit zur Bewältigung von Krisen.“ Nominalstil eignet sich perfekt für präzise, feststehende Definitionen.
Handlungsanweisung geben „Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben und senden Sie das Formular ab.“ „Die Überprüfung der Angaben und die Absendung des Formulars sind erforderlich.“ Verbalstil ist direkter und verständlicher, ideal für Anleitungen oder Calls-to-Action.

Die Beispiele machen deutlich: Der Verbalstil haucht dem Text Leben ein und beschreibt Handlungen, während der Nominalstil Fakten objektiviert und auf den Punkt bringt. Ein gelungener wissenschaftlicher Text wechselt geschickt zwischen beiden, um zugleich präzise und gut lesbar zu sein.

Merken Sie sich: Der Nominalstil ist Ihr Werkzeug zur Verdichtung von Fakten. Der Verbalstil ist Ihr Mittel, um Prozesse lebendig und nachvollziehbar zu machen.

Die häufigste Fehlerquelle: Nominalisierungsketten vermeiden

Eine der größten Gefahren des Nominalstils lauert da, wo er überhandnimmt: in sogenannten Nominalisierungsketten. Das passiert, wenn mehrere nominalisierte Wörter direkt aufeinanderfolgen. Solche Sätze werden sperrig, aufgebläht und sind oft nur noch schwer zu entschlüsseln.

Hier ein klassisches Beispiel, das einem in wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder begegnet:

„Die Durchführung einer Untersuchung zur Feststellung der Ursachen des Problems führte zur Einleitung weiterer Maßnahmen.“

Grammatikalisch ist der Satz korrekt, aber er ist ein Albtraum für jeden Leser. Wer tut hier eigentlich was? Die Lösung ist einfach: die Kette aufbrechen und die Nominalisierungen wieder in aktive Verben verwandeln.

  • So geht es besser: „Wir untersuchten den Vorfall, um die Ursachen des Problems festzustellen. Das führte dazu, dass wir weitere Maßnahmen einleiteten.“

Die überarbeitete Version ist zwar etwas länger, aber um Längen verständlicher. Sie sagt klar, wer handelt und was passiert. Wenn Sie lernen, solche Ketten in Ihren eigenen Texten zu erkennen und gezielt aufzulösen, machen Sie einen riesigen Schritt zu einem besseren, professionelleren Schreibstil. Genau dieses Bewusstsein für die richtige Balance ist der Schlüssel zu überzeugenden Texten, die wissenschaftlich präzise und zugleich zugänglich sind.

So heben Sie Ihren akademischen Stil auf das nächste Level

Die Nominalisierung von Verben und Adjektiven ist weit mehr als nur eine trockene Grammatikübung. Sie ist ein echtes Handwerkszeug, mit dem Sie Ihre wissenschaftlichen Texte präziser und überzeugender gestalten können. Wer diesen sprachlichen Kniff beherrscht, verleiht seinen Argumenten mehr Gewicht und zeigt, dass er die Spielregeln des akademischen Schreibens verstanden hat.

Ihre nächste Hausarbeit ist die perfekte Bühne, um das Ganze einmal auszuprobieren. Sehen Sie es nicht als starre Regel, sondern als eine strategische Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge elegant auf den Punkt zu bringen.

Ein gezielt eingesetzter Nominalstil ist ein klares Signal für sprachliche Reife und wissenschaftliche Souveränität. Er markiert den entscheidenden Übergang von der reinen Beschreibung einer Handlung hin zur abstrakten Analyse von Konzepten – und genau das macht starke akademische Texte aus.

Ihre Checkliste für die nächste Arbeit

Damit der Einstieg klappt, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie in einer kleinen Checkliste zusammengefasst. Nutzen Sie sie einfach beim Schreiben und späteren Überarbeiten Ihrer Texte.

  • Großschreibung: Sind wirklich alle nominalisierten Verben und Adjektive großgeschrieben? Achten Sie auf Signalwörter wie Artikel (das Lernen) oder Präpositionen mit verschmolzenem Artikel (beim Schreiben).
  • Der richtige Artikel: Passt das Geschlecht (Genus) des neuen Substantivs? Erinnern Sie sich an die Faustregeln: Infinitive werden sächlich (das Forschen), Wörter auf -ung oder -heit sind feminin (die Lösung, die Freiheit).
  • Stilistische Balance: Setze ich beide Stile – Nominal- und Verbalstil – sinnvoll im Wechsel ein? Vermeiden Sie Schachtelsätze voller Substantive und beschreiben Sie dynamische Prozesse aktiv, damit Ihr Text lesbar bleibt.
  • Präzise Genitiv-Verbindungen: Nutze ich den Genitiv, um Beziehungen zwischen Begriffen klarer darzustellen? Statt umständlich zu formulieren wie „Der Autor beweist damit die These“, klingt „Der Beweis der These durch den Autor“ einfach eleganter.

Mit diesen Tipps im Gepäck sind Sie bestens gerüstet. Wenn Sie noch tiefer eintauchen und erfahren wollen, wie Sie Ihre nächste Hausarbeit schreiben wie ein Profi, finden Sie in unserem Blog weitere wertvolle Hinweise. Betrachten Sie jede Nominalisierung als eine bewusste Entscheidung für mehr Klarheit und Professionalität.

Fragen aus der Praxis: Was Sie zur Nominalisierung wissen sollten

Immer wieder tauchen bei der Nominalisierung von Verben und Adjektiven die gleichen Fragen auf. Hier habe ich die häufigsten Stolpersteine für Sie zusammengefasst und gebe Ihnen klare, praxisnahe Antworten, damit Sie sicherer werden.

Wozu das Ganze? Warum sollte ich überhaupt nominalisieren?

Gute Frage! Nominalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein mächtiges Werkzeug, gerade im wissenschaftlichen Schreiben. Es geht darum, den Fokus zu verschieben. Anstatt einfach nur Handlungen zu beschreiben („man untersucht“), rücken Sie den Prozess selbst in den Mittelpunkt („die Untersuchung“).

Dadurch klingen Ihre Formulierungen sofort kompakter, abstrakter und objektiver – genau das, was in akademischen Texten oft erwartet wird. Sie verpacken komplexe Ideen in prägnante Begriffe.

Nominalisierung oder Substantivierung – was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Es gibt keinen. Die beiden Begriffe meinen exakt dasselbe. Substantivierung ist der gute alte deutsche Begriff, während Nominalisierung die lateinische Variante ist, die in der Sprachwissenschaft häufiger verwendet wird. Beide beschreiben den Prozess, eine andere Wortart – meist ein Verb oder Adjektiv – in ein Nomen zu verwandeln.

Der mit Abstand häufigste Fehler bei der Nominalisierung? Die Kleinschreibung. Sobald ein Artikel, eine Präposition oder ein Adjektiv davorsteht, wird aus dem Verb oder Adjektiv ein Nomen. Und Nomen werden im Deutschen nun mal großgeschrieben – ausnahmslos.

Kann man wirklich jedes Verb und jedes Adjektiv nominalisieren?

Rein grammatikalisch betrachtet: ja, fast immer. Aber nur weil etwas grammatikalisch möglich ist, ist es noch lange kein guter Stil. In der Praxis kommt es stark auf den Kontext an.

Eine Formulierung wie „das Gelbsein der Wand“ ist zwar korrekt, klingt aber furchtbar hölzern. Viel eleganter und verständlicher ist doch „die gelbe Farbe der Wand“. Es gilt also, mit Fingerspitzengefühl abzuwägen, wann eine Nominalisierung sinnvoll ist und wann sie einen Text unnötig kompliziert macht.

Sprachliche Feinheiten wie diese sind oft entscheidend für die Qualität eines Textes. Ähnliche Unsicherheiten gibt es auch bei anderen Themen, wie unser Artikel zur richtigen Verwendung von „dass“ am Satzanfang zeigt – dort finden Sie weitere Tipps für einen sauberen und professionellen Schreibstil.


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