harvard zitierweise internetquellenquellenangabe internetrichtig zitierenwissenschaftliches arbeitenzitierregeln studium

Harvard zitierweise internetquellen – harvard zitierweise internetquellen erklärt

Harvard zitierweise internetquellen – harvard zitierweise internetquellen erklärt

Internetquellen nach Harvard zu zitieren, ist zum Glück kein Hexenwerk. Im Kern folgt es immer einer simplen Logik: Ein kurzer Verweis im Text, bestehend aus (Autor, Jahr), verweist auf den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis. Um die Harvard-Zitierweise für Internetquellen korrekt anzuwenden, benötigen Sie eigentlich nur fünf Kerninformationen: Autor, Jahr, Titel, URL und das Datum Ihres Zugriffs.

Die Grundprinzipien: So funktioniert das System

Die Harvard-Zitierweise ist im Grunde ein zweiteiliges System. Es ist darauf ausgelegt, Quellenangaben transparent und für jeden nachvollziehbar zu machen. Der große Vorteil: Lesende können Ihre Belege blitzschnell prüfen, ohne im Lesefluss groß gestört zu werden. Diese Methode ist nicht ohne Grund so beliebt – sie ist intuitiv und erstaunlich flexibel.

Der erste Baustein ist der Kurzverweis direkt im Text, oft auch In-Text-Zitat genannt. Stellen Sie sich vor, Sie formulieren eine wichtige Aussage und möchten sie belegen. Sie fügen am Ende des Satzes einfach den Nachnamen des Autors und das Erscheinungsjahr in Klammern ein, also zum Beispiel (Müller, 2023). Das war's schon an dieser Stelle.

Der zweite Baustein ist der vollständige Eintrag im Literaturverzeichnis ganz am Ende Ihrer Arbeit. Hier listen Sie alle Details auf, damit andere die Quelle selbst finden und nachlesen können. Der Kurzverweis im Text funktioniert also wie ein Wegweiser, der direkt zum ausführlichen Steckbrief der Quelle im Literaturverzeichnis führt.

Diese Grafik veranschaulicht diesen einfachen, aber effektiven zweistufigen Prozess perfekt.

Prozess der Harvard-Zitierweise für Online-Quellen: Verweis im Text und Eintrag ins Literaturverzeichnis.

Man sieht hier sehr schön, wie der knappe Verweis im Text und der detaillierte Eintrag im Literaturverzeichnis nahtlos ineinandergreifen.

Die fünf Säulen einer sauberen Online-Quellenangabe

Für eine korrekte Harvard-Zitierweise bei Internetquellen schlüpfen Sie in die Rolle eines Detektivs und suchen nach fünf zentralen Informationen. Diese bilden das Fundament jeder sauberen Quellenangabe und sichern die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit Ihrer Arbeit.

  • Wer? (Autor oder Organisation): Wer steckt hinter dem Inhalt? Das kann eine einzelne Person sein, aber genauso gut eine Institution wie das Statistische Bundesamt.
  • Wann? (Jahr): In welchem Jahr wurde der Inhalt veröffentlicht? Suchen Sie nach einem Datum am Anfang oder Ende des Textes.
  • Was? (Titel): Wie lautet die Überschrift der Webseite, des Artikels oder des Dokuments?
  • Wo? (URL): Unter welcher genauen Webadresse kann man die Quelle finden? Am besten kopieren Sie die gesamte URL aus der Adresszeile Ihres Browsers.
  • Abgerufen am? (Zugriffsdatum): Wann haben Sie die Seite das letzte Mal aufgerufen? Dieser Punkt ist bei den sich ständig verändernden Online-Inhalten Gold wert.

Mein Tipp aus der Praxis: Das Zugriffsdatum ist Ihr persönliches Sicherheitsnetz. Webseiten verschwinden, Artikel werden überarbeitet. Mit diesem Datum belegen Sie schwarz auf weiß, dass die Information zum Zeitpunkt Ihrer Recherche genau so unter der angegebenen URL verfügbar war.

Wenn Sie sich diese Grundstruktur einmal verinnerlicht haben, sind Sie für die meisten Fälle bestens gewappnet. Dieses Verständnis hilft Ihnen enorm, auch bei kniffligeren Quellentypen wie Blog-Posts oder Social-Media-Beiträgen souverän und korrekt zu zitieren. Falls Sie die allgemeinen Regeln noch einmal vertiefen möchten, finden Sie in unserem Leitfaden eine detaillierte Erklärung, wie Sie nach Harvard zitieren.

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Bausteine zusammen, die Sie für eine korrekte Zitierung unterschiedlicher Online-Quellentypen benötigen.

Pflichtangaben für Online-Quellen nach Harvard im Überblick

Quellentyp Autor/Organisation Jahr Titel URL Zugriffsdatum
Website/Online-Artikel
PDF-Dokument
Blog-Beitrag
Social-Media-Post ✓ (Profilname) ✓ (Textauszug)
Quelle ohne Autor ✓ (Organisation)
Quelle ohne Datum o. D.

Diese Übersicht dient als praktischer Spickzettel. Sie zeigt auf einen Blick, welche Informationen für die gängigsten Online-Quellen unerlässlich sind.

Webseiten und Online-Artikel richtig zitieren

Eine Webseite oder einen Online-Artikel zu zitieren, ist wahrscheinlich der häufigste Fall, der Ihnen begegnen wird. Statt uns mit grauer Theorie aufzuhalten, schauen wir uns direkt an, wie Sie die nötigen Informationen finden und sie sauber nach Harvard-Vorgaben zusammensetzen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen spannenden Artikel auf einer Nachrichtenseite wie der Süddeutschen Zeitung gefunden. Die meisten wichtigen Infos – Autor, Datum, Titel – stehen meistens direkt am Anfang des Textes. Manchmal muss man aber auch ein bisschen genauer hinschauen und findet sie erst am Ende des Artikels oder tief im Impressum der Webseite versteckt.

Die Jagd nach den Kerninformationen

Ihr erster Schritt ist immer eine Art Detektivarbeit: Sie müssen die fünf entscheidenden Bausteine für Ihr Zitat aufspüren. Nehmen wir ein ganz praktisches Beispiel: Sie möchten einen Artikel über künstliche Intelligenz zitieren.

  • Autor: Suchen Sie nach dem Namen des Verfassers, oft direkt unter oder neben der Überschrift. Steht da „Ein Beitrag von Max Mustermann“, haben Sie ihn gefunden.
  • Datum: Das Veröffentlichungsdatum finden Sie meist in unmittelbarer Nähe zum Autor.
  • Titel: Das ist ganz einfach die große Überschrift des Artikels.
  • URL: Kopieren Sie die komplette Webadresse aus der Adresszeile Ihres Browsers. Am besten einmal komplett markieren und kopieren, um Fehler zu vermeiden.
  • Zugriffsdatum: Notieren Sie sich das Datum, an dem Sie die Seite aufgerufen haben. Also heute.

Laptop mit Zitierregeln und Icons auf dem Bildschirm, Tasse, Bücher und Notizbuch auf einem Schreibtisch.

Bei den meisten seriösen Online-Publikationen sind Autor und Datum prominent platziert, was Ihnen die Arbeit natürlich enorm erleichtert.

Was tun, wenn Angaben fehlen?

Die Realität sieht leider oft anders aus als das Lehrbuch. Was machen Sie, wenn eine Webseite partout keinen Autor oder kein Datum nennen will? Keine Sorge, die Harvard-Zitierweise hat auch dafür klare und einfache Regeln parat.

Szenario 1: Kein Autor in Sicht
Wenn Sie einfach keinen Namen finden, prüfen Sie, ob vielleicht eine Organisation oder Institution als Herausgeber genannt wird. Das ist oft bei offiziellen Berichten oder auf Unternehmensseiten der Fall. Wenn auch das nicht hilft, greifen Sie zur Abkürzung „o. V.“ (ohne Verfasser).

  • So sieht’s im Text aus: (o. V., 2023)
  • Und so im Literaturverzeichnis: o. V. (2023): Titel des Artikels, [online] ...

Szenario 2: Kein Datum zu finden
Fehlt das Veröffentlichungsdatum, was leider häufiger vorkommt, als man denkt, verwenden Sie das Kürzel „o. J.“ (ohne Jahr). Damit zeigen Sie, dass Sie gesucht, aber eben nichts gefunden haben.

  • So sieht’s im Text aus: (Mustermann, o. J.)
  • Und so im Literaturverzeichnis: Mustermann, M. (o. J.): Titel des Artikels, [online] ...

Mein Tipp aus der Praxis: Seien Sie besonders vorsichtig bei Quellen, die weder einen Autor noch ein Datum angeben. Das Fehlen dieser zentralen Informationen ist oft ein Warnsignal für mangelnde Glaubwürdigkeit. Fragen Sie sich ehrlich: Ist diese Quelle wirklich für meine wissenschaftliche Arbeit geeignet?

Vom Fundstück zum perfekten Zitat

Setzen wir die Puzzleteile nun zu einem vollständigen Zitat zusammen. Stellen Sie sich vor, Sie haben diesen fiktiven Online-Artikel vor sich:

  • Autor: Dr. Anna Schmidt
  • Jahr: 2023
  • Titel: Die Zukunft der urbanen Mobilität
  • URL: https://beispiel-magazin.de/zukunft-mobilitaet
  • Zugriffsdatum: 05.10.2024

Daraus basteln wir jetzt die korrekten Einträge für Ihre Arbeit.

Direkt im Text (der Kurzverweis):
Die urbane Mobilität steht vor einem Paradigmenwechsel (Schmidt, 2023).

Im Literaturverzeichnis (der Vollbeleg):
Schmidt, A. (2023): Die Zukunft der urbanen Mobilität, [online] https://beispiel-magazin.de/zukunft-mobilitaet [zugegriffen am 05.10.2024].

Wenn Sie diese Struktur konsequent beibehalten, ist Ihre Harvard Zitierweise für Internetquellen nicht nur formal einwandfrei, sondern auch für jeden, der Ihre Arbeit liest, transparent und nachvollziehbar.

Spezielle Online-Quellen wie PDFs und Social Media zitieren

Laptop zeigt eine Webseite, die von einer Lupe vergrößert wird, neben einem offenen Buch auf einem Holzschreibtisch.

In der wissenschaftlichen Arbeit stößt man heute auf viel mehr als nur klassische Webseiten. Wertvolle Informationen finden sich oft in PDF-Dokumenten, Blogartikeln oder sogar auf Social Media. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Die Harvard Zitierweise für Internetquellen ist zum Glück flexibel genug, um auch solche modernen Formate sauber und nachvollziehbar zu erfassen.

Der Trick besteht darin, die Grundprinzipien – also Autor, Jahr, Titel, URL und Zugriffsdatum – geschickt auf das jeweilige Format zu übertragen. Es geht weniger darum, starre Regeln auswendig zu lernen, sondern vielmehr darum, die Logik dahinter zu verstehen. So stellen Sie sicher, dass jede Quelle, egal wie ungewöhnlich sie auf den ersten Blick wirkt, den wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wird.

Wissenschaftliche PDFs korrekt erfassen

Online verfügbare PDF-Dokumente fühlen sich oft an wie gedruckte Publikationen, sind aber trotzdem digitale Quellen. Ein typischer Fehler ist, hier die URL und das Zugriffsdatum wegzulassen. Behandeln Sie ein Online-PDF also immer wie eine ganz normale Webseite.

  • Verweis im Text: (Müller, 2021)
  • Eintrag im Literaturverzeichnis: Müller, T. (2021): Der Einfluss von Remote-Arbeit auf die Teamdynamik, [online] https://beispiel-institut.de/studie-remote-arbeit.pdf [zugegriffen am 15.10.2024].

Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Achten Sie darauf, immer den offiziellen Titel des Dokuments anzugeben, nicht den Dateinamen. Eine Quellenangabe mit studie_final_v2.pdf ist für die Zitation nutzlos und wirkt unprofessionell.

Blogbeiträge und ihre Besonderheiten

Blogbeiträge sind mittlerweile eine etablierte Quelle, bringen aber eine kleine Hürde mit sich: Autoren nutzen häufig Pseudonyme. In so einem Fall ist die Lösung ganz einfach: Sie verwenden das Pseudonym genauso, wie es im Beitrag angegeben ist.

Stellen wir uns vor, Sie zitieren einen Artikel des fiktiven Tech-Bloggers „DigitalPionier“. Das sieht dann so aus:

  • Verweis im Text: (DigitalPionier, 2024)
  • Eintrag im Literaturverzeichnis: DigitalPionier (2024): Die fünf größten Tech-Trends des Jahres, [online] https://digitalpionier-blog.de/tech-trends-2024 [zugegriffen am 15.10.2024].

Auf diese Weise bleibt die Quelle eindeutig identifizierbar, selbst wenn der bürgerliche Name des Autors unbekannt ist.

Social Media Posts als Quelle nutzen

Ja, Sie haben richtig gelesen. Selbst ein Tweet oder ein YouTube-Video kann in bestimmten Fachbereichen eine relevante und zitierwürdige Quelle sein. Die Harvard Zitierweise für Internetquellen lässt sich auch hierfür anwenden, braucht aber ein paar kleine Anpassungen.

Beispiel für einen Tweet (heute X):
Hier wird der Account-Name zum Autor und der Anfang des Posts dient als eine Art Titel. Das genaue Datum ist hier besonders wichtig, da Posts oft tagesaktuell sind.

  • Autor: Account-Name (z.B. @Bundesregierung)
  • Jahr: Veröffentlichungsjahr
  • Titel: Die ersten relevanten Worte des Posts, gefolgt von „[...]“ in eckigen Klammern, um zu zeigen, dass es ein Auszug ist.
  • Verweis im Text: (Bundesregierung, 2024)
  • Eintrag im Literaturverzeichnis: Bundesregierung (2024): Heute hat das Kabinett das neue Klimaschutzpaket beschlossen [...], Twitter, 15. Oktober, [online] https://twitter.com/bundesregierung/status/123456789 [zugegriffen am 15.10.2024].

Beispiel für ein YouTube-Video:
In diesem Fall ist der Kanalbetreiber der Autor und der Videotitel ist der Titel des Werks.

  • Verweis im Text: (MaiLab, 2022)
  • Eintrag im Literaturverzeichnis: MaiLab (2022): Die Wahrheit über Vitamin D, YouTube, 10. März, [online] https://youtube.com/watch?v=beispielvideo [zugegriffen am 15.10.2024].

Diese speziellen Formate korrekt zu zitieren, ist kein Hexenwerk, sondern ein Beleg für eine moderne und gründliche Recherche. Ähnliche Sorgfalt ist übrigens auch bei visuellen Quellen gefragt; wie das geht, erfahren Sie in unserem Artikel zur korrekten Quellenangabe von Bildern.

Formale Details und häufige Fehlerquellen vermeiden

Smartphone und Tablet liegen auf einem Holztisch und zeigen Social-Media-Feeds und Webseiteninhalte neben einer Pflanze.

Beim Zitieren von Internetquellen nach Harvard steckt der Teufel oft im Detail. Eine formal saubere Zitation ist aber weit mehr als nur eine lästige Pflicht – sie ist ein klares Zeichen für wissenschaftliche Sorgfalt. Damit sichern Sie nicht nur die Nachvollziehbarkeit Ihrer Argumente, sondern vermeiden auch unnötige Punktabzüge, die leicht hätten verhindert werden können.

Es gibt ein paar formale Feinheiten, die immer wieder übersehen werden, obwohl sie für das korrekte Zitieren digitaler Quellen absolut entscheidend sind. Wer diese kleinen, aber wichtigen Regeln beherrscht, hebt seine Arbeit auf ein professionelles Niveau und umgeht die typischen Fallstricke, über die viele Studierende stolpern.

Der unverzichtbare Zusatz [online]

Ein kleiner, aber feiner Marker in Ihrem Literaturverzeichnis ist der Zusatz „[online]“. Dieser steht direkt nach dem Titel des Werks und signalisiert auf den ersten Blick, dass es sich um eine digitale und damit potenziell veränderliche Quelle handelt.

Betrachten Sie diesen Zusatz nicht als bloße Formsache. Er ist ein zentraler Bestandteil der Harvard-Methode für Internetquellen. Er hilft Lesenden, die Art der Quelle sofort einzuordnen, lange bevor sie überhaupt bei der URL angekommen sind.

Mein Praxistipp: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jede genutzte Internetquelle sofort als PDF lokal abzuspeichern. Das beweist nicht nur Ihre wissenschaftliche Gründlichkeit, sondern sichert auch Ihre Arbeitsgrundlage, falls eine Webseite plötzlich offline geht.

Tatsächlich haben sich die Anforderungen hier in den letzten Jahren verschärft. Der Zusatz „[online]“ ist nicht nur eine Empfehlung, sondern obligatorisch. Führende Forschungsinstitute gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie legen nahe, Online-Quellen als PDF zu archivieren, da mittlerweile rund 40 % aller deutschen Hochschulen eine solche Sicherung explizit fordern, um die wissenschaftliche Integrität zu wahren.

Die URL korrekt formatieren

Die URL ist der direkte Wegweiser zu Ihrer Quelle, aber ihre Darstellung im Literaturverzeichnis folgt klaren Regeln. In den meisten Fällen wird sie als reiner Text ohne aktiven Hyperlink formatiert – also nicht blau und unterstrichen. Das sorgt für ein sauberes und professionelles Druckbild, besonders in der gedruckten Version Ihrer Arbeit.

Achten Sie peinlich genau darauf, die vollständige und exakte URL aus der Adresszeile Ihres Browsers zu kopieren. Verkürzungen durch Dienste wie Bitly sind in wissenschaftlichen Arbeiten ein absolutes No-Go. Die lückenlose Nachvollziehbarkeit hat hier immer Vorrang.

Typische Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Um Ihre Quellenangaben unangreifbar zu machen, sollten Sie die folgenden, immer wiederkehrenden Fehlerquellen kennen und gezielt umschiffen. Eine saubere Zitation zeigt Ihrem Betreuer sofort, dass Sie nicht nur inhaltlich, sondern auch formal gründlich und präzise gearbeitet haben. Noch mehr Tipps zum allgemeinen Vorgehen finden Sie übrigens in unserem Ratgeber, der Ihnen zeigt, wie Sie im Text zitieren und häufige Fehler vermeiden.

Hier ist eine kurze Checkliste der häufigsten „Don'ts“, die Sie im Kopf behalten sollten:

  • Zugriffsdatum vergessen: Ohne das genaue Datum Ihres Abrufs ist die Quellenangabe unvollständig und damit angreifbar. Immer notieren!
  • URL kürzen oder verändern: Geben Sie stets die komplette URL an, exakt so, wie sie in der Browserzeile steht. Keine Ausnahmen.
  • Hyperlinks aktiv lassen: In den meisten Textverarbeitungsprogrammen werden Links automatisch formatiert. Deaktivieren Sie diese Funktion für ein einheitliches, professionelles Schriftbild.
  • Den Zusatz [online] weglassen: Wie gesagt – dieser kleine Hinweis ist entscheidend, um die Quelle korrekt als digitale Ressource auszuweisen.
  • Veröffentlichungsdatum und Zugriffsdatum verwechseln: Das Veröffentlichungsdatum (z. B. 2023) gehört direkt nach dem Autor in die Klammer, das Zugriffsdatum (z. B. 15.10.2024) steht ganz am Ende des Eintrags.

Statistiken und Datenbanken richtig zitieren

Daten aus Online-Quellen wie Statista oder dem Statistischen Bundesamt sind für viele wissenschaftliche Arbeiten Gold wert. Aber genau hier lauert eine fiese Stolperfalle, besonders bei der Harvard-Zitierweise: der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärquelle. Man muss ganz genau hinschauen, wer die Daten ursprünglich erhoben hat und wer sie nur aufbereitet und präsentiert.

Stellen Sie sich vor, Sie finden bei Statista eine perfekte Grafik zur Geburtenrate in Deutschland. In den meisten Fällen hat Statista diese Zahlen nicht selbst ermittelt. Die Plattform greift auf die Daten der eigentlichen Primärquelle zurück – hier wäre das sehr wahrscheinlich das Statistische Bundesamt. Wissenschaftlich sauber zu arbeiten bedeutet, genau diese Kette offenzulegen. Sie zitieren also nicht Statista als Urheber, sondern als den Ort, an dem Sie die Information gefunden haben.

So lösen Sie das Problem: Der Zusatz „zitiert nach“

Um diese doppelte Herkunft korrekt anzugeben, gibt es einen kleinen, aber entscheidenden Helfer: den Zusatz „zitiert nach“. Damit machen Sie unmissverständlich klar, dass Sie die Originalquelle nicht selbst in der Hand hatten, sondern sie über einen Vermittler gefunden haben. Das ist kein Makel, sondern ein Zeichen für Sorgfalt und wissenschaftliche Ehrlichkeit.

Da rund 60 % der Studierenden an deutschen Hochschulen Statista nutzen, ist es umso wichtiger, diese Sekundärquelle korrekt zu behandeln. Die Grundregel lautet: Nennen Sie zuerst die ursprüngliche Quelle und verweisen dann auf die Plattform, auf der Sie fündig wurden. Für tiefergehende Details gibt es oft spezielle Anleitungen, wie etwa einen Leitfaden zum Zitieren von Statista, der noch mehr ins Detail geht.

Ein konkretes Beispiel aus dem Schreiballtag

Spielen wir das Ganze mal mit einem fiktiven, aber realistischen Fall durch. Sie möchten diese Statistik in Ihrer Arbeit verwenden:

  • Primärquelle (Urheber): Statistisches Bundesamt
  • Veröffentlichungsjahr: 2020
  • Titel der Statistik: Geburten und Sterbefälle in Deutschland 1950 bis 2019
  • Sekundärquelle (Fundort): Statista
  • URL: Die genaue URL der Statistik auf der Statista-Webseite
  • Zugriffsdatum: 20.10.2024

Der korrekte Eintrag im Literaturverzeichnis würde dann so aussehen:

Statistisches Bundesamt (2020): Geburten und Sterbefälle in Deutschland 1950 bis 2019, zitiert nach de.statista.com, [online] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1234/ [zugegriffen am 20.10.2024].

Im Fließtext selbst verweisen Sie ganz normal auf die Primärquelle, also: (Statistisches Bundesamt, 2020). Mit dieser Methode würdigen Sie die ursprünglichen Autoren der Daten und legen gleichzeitig Ihre eigenen Recherchewege transparent dar – genau das, was gutes wissenschaftliches Arbeiten ausmacht.

Häufig gestellte Fragen zur Harvard-Zitierweise

Mitten im Schreibprozess tauchen oft die kniffligsten Fragen auf. Gerade wenn es um die Harvard-Zitierweise für Internetquellen geht, gibt es ein paar typische Stolpersteine, die den Fluss stören können. Damit Sie nicht lange grübeln müssen, finden Sie hier schnelle und praxisnahe Antworten auf die Probleme, die uns im Uni-Alltag am häufigsten begegnen.

Diese Sammlung ist aus der Praxis für die Praxis entstanden. Sie soll Ihnen ganz konkrete Lösungen für die kleinen, aber entscheidenden Details an die Hand geben, die in den allgemeinen Erklärungen manchmal zu kurz kommen.

Was mache ich, wenn Autor oder Datum fehlen?

Das ist der Klassiker. Man findet eine interessante Webseite, aber weder ein Name noch ein Veröffentlichungsdatum sind zu sehen. Die Harvard-Zitierweise hat dafür zum Glück eine einfache Lösung.

  • Kein Autor: Wenn wirklich keine Person als Verfasser genannt wird, nutzen Sie die Abkürzung „o. V.“ für „ohne Verfasser“. Im Text würde das dann so aussehen: (o. V., 2023). Ein guter Tipp ist aber, erst zu prüfen, ob vielleicht die herausgebende Organisation oder Firma als Autor infrage kommt. Das ist oft eine gute Alternative.
  • Kein Datum: Fehlt das Jahr, verwenden Sie das Kürzel „o. J.“ für „ohne Jahr“. Ein entsprechender Verweis im Text lautet dann zum Beispiel: (Müller, o. J.).

Ein wichtiger Gedanke aus der Praxis: Eine Quelle ganz ohne Autor und Datum sollten Sie immer mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten. Oft ist das ein Zeichen für fehlende wissenschaftliche Seriosität. Fragen Sie sich ehrlich, ob diese Quelle den Ansprüchen Ihrer Arbeit wirklich genügt.

Wie zitiere ich eigentlich Online-PDFs richtig?

Ein PDF, das Sie im Netz finden, ist im Grunde nichts anderes als eine Webseite. Der häufigste Fehler hierbei ist, es wie ein gedrucktes Buch zu behandeln und die entscheidenden Online-Infos einfach wegzulassen.

Die Regel ist ganz simpel: Für jedes online abgerufene PDF gehören die vollständige URL und das Zugriffsdatum ins Literaturverzeichnis. Der Eintrag folgt dem bekannten Schema: Nachname, Vorname (Jahr): Titel des Dokuments, [online] URL [zugegriffen am TT.MM.JJJJ]. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Quelle für jeden auffindbar und nachprüfbar bleibt.

Muss die URL im Literaturverzeichnis klickbar sein?

Klare Antwort: Nein, das sollte sie sogar nicht sein. Die meisten Richtlinien von Hochschulen fordern explizit, dass URLs als reiner Text erscheinen. Ein aktiver, blau unterstrichener Hyperlink stört das professionelle Gesamtbild und ist in der ausgedruckten Version Ihrer Arbeit sowieso nutzlos.

Am besten deaktivieren Sie in Word oder Ihrem Schreibprogramm die automatische Umwandlung von Webadressen in Links. Das sorgt für ein sauberes, einheitliches Schriftbild im gesamten Verzeichnis.

Darf ich diese ewig langen URLs nicht einfach kürzen?

Auf gar keinen Fall! Eine URL muss immer vollständig und exakt so übernommen werden, wie sie in der Adresszeile des Browsers steht. Auch wenn sie unschön lang ist und sich über mehrere Zeilen zieht – Genauigkeit geht hier absolut vor.

Dienste zum Kürzen von Links (sogenannte URL-Shortener) sind in wissenschaftlichen Arbeiten tabu. Sie verschleiern den direkten Weg zur Quelle und machen sie unbrauchbar, falls der Dienst mal abgeschaltet wird. Wenn die URL umgebrochen werden muss, machen Sie den Zeilenumbruch am besten nach einem Schrägstrich (/), um die Lesbarkeit zu verbessern.


Genug vom manuellen Zitieren und Formatieren? IntelliSchreiber erstellt Ihnen in wenigen Minuten eine vollständige Hausarbeit mit perfekten Quellenangaben nach Harvard-Standard. Geben Sie einfach Ihr Thema an und erhalten Sie einen fehlerfreien, zitierfähigen Text als Word-Datei zurück. Probieren Sie es jetzt aus und sparen Sie wertvolle Zeit!

IntelliSchreiber

Ein Unternehmen von:

Kaan AI Engineering, Kaan Götürmen, Gilardi str. 15a, 90584 Allersberg

kaan@intellischreiber.de