Exposé-Vorlage (Word): Muster zum Ausfüllen 2026
Ein Exposé ist der schriftliche Fahrplan Ihrer Arbeit auf drei bis fünf Seiten. Es besteht aus acht Bausteinen: Arbeitstitel, Problemstellung, Forschungsstand, Forschungsfrage, Methodik, vorläufige Gliederung, Zeitplan und Literatur. Die Word-Vorlage unten führt Sie durch jedes Feld.
Mit einem guten Exposé überzeugen Sie Ihre Betreuerin, bekommen früh Feedback und wissen selbst, wohin die Arbeit läuft. Diese Anleitung erklärt jeden Baustein mit fertigen Formulierungen, zeigt ein ausgefülltes Beispiel und sagt Ihnen, wie lang ein Exposé je nach Arbeit sein sollte.
Exposé-Vorlage: die 8 Bausteine auf einen Blick
Ein Exposé beantwortet vorab drei Fragen: Was untersuchen Sie, warum, und wie? Daraus ergeben sich acht Bausteine, die in fast jedes Exposé gehören:
- Arbeitstitel und Thema
- Problemstellung und Relevanz
- Forschungsstand
- Forschungsfrage und Zielsetzung
- Methodisches Vorgehen
- Vorläufige Gliederung
- Zeitplan
- Vorläufiges Literaturverzeichnis
Vorlage zum Mitnehmen: Exposé-Vorlage kostenlos als Word-Datei herunterladen (.docx) – funktioniert in Word, Google Docs und LibreOffice.
Die 8 Bausteine im Detail
1. Arbeitstitel und Thema
Der Titel darf vorläufig sein, sollte das Thema aber schon eingrenzen. Nennen Sie Gegenstand und Kontext, nicht nur ein Schlagwort. Ein guter Arbeitstitel verrät bereits, was untersucht wird und in welchem Feld.
Formulierungshilfen:
- „Der Einfluss von [X] auf [Y] am Beispiel von [Kontext]"
- „[Phänomen] in [Branche]: eine [Methode]-Studie"
2. Problemstellung und Relevanz
Hier begründen Sie, warum sich die Arbeit lohnt. Beschreiben Sie das Problem oder die Lücke und warum sie wissenschaftlich oder praktisch bedeutsam ist.
Formulierungshilfen:
- „Trotz wachsender Bedeutung von [X] ist bislang unklar, wie …"
- „In der Praxis zeigt sich zunehmend das Problem, dass …"
- „An dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an."
3. Forschungsstand
Fassen Sie in wenigen Sätzen zusammen, was zum Thema schon erforscht ist und wo die Lücke liegt. Kein vollständiger Theorieteil, nur der Überblick. Zwei bis vier zentrale Studien genügen, um zu zeigen, dass Sie den Stand kennen.
Formulierungshilfen:
- „Die bisherige Forschung konzentriert sich vor allem auf [A], während [B] wenig beachtet wurde."
- „Zwar liegen Studien zu [X] vor, jedoch fehlt eine Untersuchung von [Y]."
4. Forschungsfrage und Zielsetzung
Das Herzstück. Formulieren Sie eine präzise, beantwortbare Hauptfrage, bei Bedarf mit zwei bis drei Unterfragen oder Hypothesen.
Formulierungshilfen:
- „Welchen Einfluss hat [X] auf [Y]?"
- „Inwiefern unterscheiden sich [Gruppe A] und [Gruppe B] hinsichtlich [Merkmal]?"
- Als Hypothese: „H1: Je höher [X], desto stärker [Y]."
5. Methodisches Vorgehen
Wie beantworten Sie die Frage? Nennen Sie Design (empirisch oder literaturbasiert), Datenquelle, Erhebung und Auswertung. Je konkreter, desto besser kann Ihre Betreuerin einschätzen, ob das Vorhaben in der Zeit machbar ist.
Formulierungshilfen:
- „Zur Beantwortung wird eine quantitative Online-Befragung (n ≈ 150) durchgeführt und mittels [Verfahren] ausgewertet."
- „Die Arbeit ist als systematische Literaturarbeit angelegt; die Auswahl der Quellen erfolgt nach festgelegten Kriterien."
6. Vorläufige Gliederung
Ein Inhaltsverzeichnis im Entwurf, meist bis zur zweiten Ebene. Es zeigt, dass Sie den roten Faden schon sehen. Orientieren Sie sich an einer klassischen Struktur, wie sie die Gliederung einer Seminararbeit oder die Gliederung der Masterarbeit zeigt: Einleitung, Theorie, Methode, Ergebnisse, Diskussion, Fazit.
7. Zeitplan
Eine realistische Übersicht, welcher Arbeitsschritt bis wann fertig ist. Eine kleine Tabelle oder Liste reicht. Planen Sie von Anfang an Puffer für Verzögerungen ein.
Formulierungshilfe:
- „KW 10 bis 12: Literaturrecherche · KW 13 bis 15: Theorieteil · KW 16 bis 18: Erhebung · KW 19 bis 21: Auswertung · KW 22: Korrektur"
8. Vorläufiges Literaturverzeichnis
Fünf bis fünfzehn zentrale Quellen, korrekt nach dem geforderten Zitierstil. Das zeigt, dass Sie sich schon eingelesen haben. Nehmen Sie nur Werke auf, die Sie tatsächlich kennen, keine gefüllte Liste zum Eindruckschinden.
Ausgefülltes Beispiel: ein Exposé aus der BWL
So sieht ein knappes Exposé für eine Bachelorarbeit aus, gekürzt auf die Kernaussagen:
Arbeitstitel: Nachhaltigkeitssiegel und Kaufentscheidung im Lebensmitteleinzelhandel
Problemstellung: Siegel wie „Bio" oder „Fairtrade" sind im Handel allgegenwärtig. Ob sie die tatsächliche Kaufentscheidung beeinflussen oder nur das Image verbessern, ist für den Einzelhandel offen und praktisch bedeutsam.
Forschungsfrage: Welchen Einfluss hat das Vorhandensein eines Nachhaltigkeitssiegels auf die Kaufbereitschaft bei Lebensmitteln des täglichen Bedarfs?
Methode: Quantitatives Online-Experiment mit zwei Produktvarianten (mit und ohne Siegel), n ≈ 160 Studierende, Auswertung per t-Test.
Vorläufige Gliederung: 1. Einleitung · 2. Nachhaltigkeitssiegel und Kaufverhalten (Theorie) · 3. Hypothesen · 4. Untersuchungsdesign · 5. Ergebnisse · 6. Diskussion · 7. Fazit
Zeitplan (grob): Recherche und Theorie vier Wochen, Erhebung zwei Wochen, Auswertung zwei Wochen, Schreiben und Korrektur vier Wochen.
So knapp genügt für den Einstieg. Ihre Betreuerin sieht sofort Thema, Frage und Methode und kann gezielt gegensteuern, bevor Sie Wochen investieren.
Worauf Betreuer beim Exposé achten
Ein Exposé wird selten benotet, aber es entscheidet über den ersten Eindruck. Vier Dinge schaut Ihre Betreuerin zuerst an:
- Ist die Forschungsfrage beantwortbar? Sie muss sich mit den geplanten Daten und in der Bearbeitungszeit klären lassen.
- Passt die Methode zur Frage? Wer nach Ursachen fragt, braucht ein anderes Design als jemand, der ein Phänomen nur beschreibt.
- Ist das Thema eingegrenzt? Ein zu großes Thema ist der häufigste Rückgabegrund.
- Stimmt der Bezug zur Literatur? Zeigen Sie mit wenigen Quellen, dass Sie den Forschungsstand kennen.
Sitzen diese vier Punkte, bekommen Sie meist grünes Licht und können mit dem Schreiben beginnen.
Wie lang muss ein Exposé sein?
Der Umfang hängt vom Arbeitstyp ab. Diese Richtwerte gelten an den meisten Hochschulen, maßgeblich ist aber die Vorgabe Ihres Lehrstuhls:
| Arbeit | Üblicher Umfang des Exposés |
|---|---|
| Hausarbeit oder Seminararbeit | 1 bis 2 Seiten, oft formlos |
| Bachelorarbeit | 2 bis 4 Seiten |
| Masterarbeit | 3 bis 5 Seiten |
| Dissertation | 5 bis 15 Seiten und mehr |
Ein Exposé ist kein Roman. Kürze mit Substanz schlägt Länge. Wenn Ihr Betreuer eine Seitenzahl nennt, halten Sie sich daran.
In fünf Schritten zum fertigen Exposé
Wenn die acht Bausteine klar sind, schreiben Sie das Exposé in dieser Reihenfolge am zügigsten:
- Thema eingrenzen. Vom groben Interesse zu einem konkreten, bearbeitbaren Ausschnitt.
- Forschungsfrage formulieren. Eine präzise Hauptfrage, die alles Weitere steuert.
- Kurz einlesen. Zwei bis vier zentrale Quellen sichten und den Forschungsstand notieren.
- Methode festlegen. Entscheiden, ob empirisch oder literaturbasiert, und das Vorgehen skizzieren.
- Gliederung und Zeitplan entwerfen. Struktur bis zur zweiten Ebene, dazu ein realistischer Wochenplan.
Danach fügen Sie Arbeitstitel und Literaturliste hinzu, und der Entwurf steht. Rechnen Sie für ein erstes Exposé mit einem konzentrierten Nachmittag, nicht mit einer ganzen Woche.
Häufige Fehler im Exposé
- Die Forschungsfrage ist zu breit. „Wie funktioniert Marketing?" lässt sich nicht in einer Arbeit beantworten. Grenzen Sie auf einen Aspekt, eine Branche, eine Zielgruppe ein.
- Keine Methode genannt. Ohne klares Vorgehen bleibt das Exposé ein Wunschzettel. Sagen Sie konkret, woher die Daten kommen.
- Der Zeitplan ist Fiktion. Planen Sie Puffer ein. Datenerhebung und Korrektur dauern fast immer länger als gedacht.
- Forschungsstand fehlt. Ohne Bezug zur bestehenden Literatur wirkt das Thema beliebig.
- Das Exposé wird nie wieder angefasst. Es ist ein Arbeitsdokument. Verschiebt sich die Frage, ziehen Sie das Exposé nach.
Wie Sie das Exposé danach in eine vollständige Arbeit überführen, zeigt die Anleitung zum Exposé Schritt für Schritt schreiben.
Wer den Sprung vom Exposé zum ersten Kapitelentwurf beschleunigen will, kann IntelliSchreiber nutzen: Das Tool erstellt in rund einer Stunde eine Rohfassung mit echten, überprüften Quellen, die Sie als Mustervorlage weiterbearbeiten. Verstehen Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt und Orientierung. Was Sie einreichen, muss Ihre eigene Leistung sein und Ihrer Prüfungsordnung entsprechen.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Exposé sein?
Für eine Bachelorarbeit sind zwei bis vier Seiten üblich, für eine Masterarbeit drei bis fünf. Bei Hausarbeiten genügt oft eine Seite. Der Umfang ist weniger wichtig als der Inhalt: Thema, Frage und Methode müssen klar erkennbar sein. Maßgeblich bleibt die Vorgabe Ihres Lehrstuhls.
Wann schreibe ich das Exposé?
Ganz am Anfang, nach der Themenwahl und vor dem ersten Kapitel. Bei Abschlussarbeiten verlangt der Lehrstuhl das Exposé oft schon zur Anmeldung oder für das Erstgespräch. Je früher es steht, desto eher können Sie Kurs korrigieren, bevor Sie viel Zeit investiert haben.
Was ist der Unterschied zwischen Exposé und Gliederung?
Die Gliederung ist nur ein Teil des Exposés. Das Exposé umfasst zusätzlich Problemstellung, Forschungsfrage, Methode, Zeitplan und Literatur. Es begründet, warum und wie Sie forschen, während die Gliederung lediglich die Kapitelstruktur zeigt.
Muss ich mich genau an das Exposé halten?
Nein. Ein Exposé ist ein Plan, kein Vertrag. Es ist normal, dass sich die Forschungsfrage im Verlauf verschiebt oder die Methode angepasst wird. Wichtig ist, größere Änderungen mit Ihrer Betreuerin abzustimmen und das Dokument bei Bedarf zu aktualisieren.