aufbau eines exposesexposé schreibenwissenschaftliches arbeitenbachelorarbeitmasterarbeit

Aufbau eines exposes: Der ultimative Leitfaden für dein perfektes Exposé

Aufbau eines exposes: Der ultimative Leitfaden für dein perfektes Exposé

Der Aufbau eines Exposés ist der erste und vielleicht wichtigste strategische Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Abschlussarbeit. Er zerlegt Ihre anfängliche Forschungsidee in klar definierte, greifbare Abschnitte – von der Problemstellung über die Zielsetzung und Methodik bis hin zum Zeitplan. Im Grunde ist es Ihr persönlicher, verbindlicher Fahrplan, der Sie und Ihren Betreuer sicher ans Ziel bringt.

Warum Ihr exposé mehr ist als nur eine lästige formalität

Ganz ehrlich: Viele Studierende sehen das Exposé als nervige Pflichtübung. Ein Dokument, das man irgendwie zusammenbastelt, um endlich mit dem „richtigen“ Schreiben der Abschlussarbeit loslegen zu können. Diese Haltung ist aber ein riesiger Fehler, denn sie unterschätzt die strategische Power dieses Papiers gewaltig. Ein gut durchdachter Aufbau eines Exposés ist kein Hindernis – es ist Ihr mächtigstes Werkzeug für einen reibungslosen und erfolgreichen Forschungsprozess.

Arbeitsplatz-Flatlay mit Laptop, Kaffee, Stift und Papier mit der Aufschrift '- MEHR als formalitat' über Bauplänen.

Stellen Sie es sich wie den Bauplan für ein Haus vor. Es zwingt Sie, Ihre oft noch schwammigen Anfangsideen in eine konkrete, nachvollziehbare Form zu gießen. Genau dieser Prozess ist Gold wert, denn er deckt schonungslos potenzielle Schwachstellen auf, lange bevor Sie Wochen oder gar Monate in eine Sackgasse investiert haben.

Der strategische wert eines klaren konzepts

Wer sich die Mühe für ein sorgfältiges Exposé macht, sichert sich von Anfang an entscheidende Vorteile. Es ist eben nicht nur die Eintrittskarte zur Betreuungszusage, sondern auch Ihr ganz persönlicher Kompass im Forschungsdschungel.

  • Sicherheit und Orientierung: Sie schaffen sich eine klare Struktur und einen roten Faden, an dem Sie sich immer wieder festhalten können – besonders, wenn die gefürchtete Schreibblockade zuschlägt.
  • Der Realitäts-Check: Hier prüfen Sie knallhart, ob Ihr ambitioniertes Thema im vorgegebenen Zeit- und Arbeitsrahmen überhaupt zu schaffen ist.
  • Effiziente Kommunikation: Es bildet die perfekte, unmissverständliche Gesprächsgrundlage mit Ihrem Betreuer. So stellen Sie sicher, dass Sie beide vom selben Ziel sprechen und böse Überraschungen ausbleiben.
  • Ein starker erster Eindruck: Sie zeigen damit, dass Sie Ihr Projekt ernst nehmen, vorausschauend planen und die Spielregeln des wissenschaftlichen Arbeitens verstanden haben.

Ein Exposé ist im Grunde ein Vertrag, den Sie mit sich selbst und Ihrem Betreuer schließen. Es legt die Regeln, die Erwartungen und den Weg zum Ziel fest, lange bevor auch nur das erste Kapitel getippt ist.

Ein starkes Exposé verwandelt den oft chaotisch wirkenden Prozess des wissenschaftlichen Schreibens in ein Projekt, das Sie managen können. Das ist übrigens ganz ähnlich wie bei einem Arbeitszeugnis: Auch dieses ist weit mehr als nur Bürokratie – es fungiert als Ihr wichtigster Leistungsnachweis in der Berufswelt. Beide Dokumente belegen strukturiert und fundiert Ihre Kompetenz und Sorgfalt. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wird klar: Die Zeit, die Sie in den Aufbau Ihres Exposés stecken, ist eine der besten Investitionen in Ihre Abschlussnote.

Die kernbestandteile eines überzeugenden exposés

Ein starkes Exposé fällt nicht vom Himmel – es ist das Ergebnis einer glasklaren Struktur. Man kann es sich wie ein Puzzle vorstellen: Jedes Teil muss an der richtigen Stelle sitzen, damit am Ende ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Ein präziser Aufbau des Exposés ist absolut entscheidend. Er signalisiert Ihrem Betreuer auf den ersten Blick, dass Sie Ihr Forschungsvorhaben logisch durchdacht haben und genau wissen, wie man wissenschaftlich arbeitet.

Schreibtisch mit Stiften, Haftnotizen und einem offenen Planer mit der Aufschrift 'Starke Struktur'.

Jeder Baustein erfüllt dabei eine ganz bestimmte Funktion und trägt dazu bei, die Schlüssigkeit und vor allem die Machbarkeit Ihres Projekts zu beweisen. Schauen wir uns diese Bausteine mal genauer an.

Der dreiklang aus titel, forschungsfrage und zielsetzung

Das absolute Herzstück Ihres Exposés ist ein untrennbares Trio: der Arbeitstitel, die Forschungsfrage und die Zielsetzung. Diese drei Elemente müssen perfekt ineinandergreifen und eine absolut logische Linie ergeben.

  • Der Arbeitstitel: Er ist viel mehr als nur eine Überschrift. Ein guter Titel ist prägnant, informativ und macht neugierig. Er sollte schon die Kernaspekte oder den zentralen Untersuchungsgegenstand umreißen. Unbedingt vermeiden: schwammige und nichtssagende Formulierungen.
  • Die Forschungsfrage: Das ist die eine, zentrale Frage, auf die Ihre gesamte Arbeit eine Antwort geben wird. Sie muss spezifisch und klar formuliert sein. Oft sind offene W-Fragen (Wie? Warum? Inwiefern?) der beste Weg, um den Kern des Problems zu treffen.
  • Die Zielsetzung: Hier legen Sie ganz konkret fest, was Sie mit Ihrer Forschung erreichen wollen. Leiten Sie direkt aus der Forschungsfrage ein klares Ziel ab. Ein Beispiel könnte lauten: „Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen von X auf Y zu analysieren, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.“

Diese drei Punkte bilden Ihren roten Faden. Wenn sie nicht zueinander passen, gerät das gesamte Exposé ins Wanken. Ihr Betreuer wird hier garantiert ganz genau hinschauen.

Ein Exposé ist wie ein Pitch für eine Geschäftsidee. Titel, Frage und Ziel müssen sofort überzeugen und zeigen, dass Sie wissen, wovon Sie sprechen. Fehlt hier die Klarheit, verliert der Leser schnell das Vertrauen in Ihr gesamtes Vorhaben.

Stand der forschung und theoretischer rahmen

Nachdem Sie Ihr eigenes Vorhaben skizziert haben, geht es darum, es in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen. Mit diesem Teil beweisen Sie, dass Sie sich schon intensiv mit der Materie beschäftigt haben und nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden.

Der Stand der Forschung fasst die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse zu Ihrem Thema zusammen. Hier zeigen Sie, welche Studien, Theorien und Debatten für Ihre Arbeit relevant sind. Noch wichtiger ist aber, dass Sie an dieser Stelle die Forschungslücke aufzeigen – also genau den Punkt, an dem Ihre Arbeit ansetzt und einen echten, neuen Beitrag leisten kann.

Der theoretische Rahmen baut direkt darauf auf. Hier legen Sie dar, auf welche wissenschaftlichen Modelle, Konzepte oder Theorien Sie Ihre Analyse stützen werden. Erklären Sie kurz und bündig, warum genau diese theoretische „Brille“ die passende für Ihre Forschungsfrage ist. Das verleiht Ihrer Arbeit die nötige wissenschaftliche Tiefe und Substanz.

Falls Sie merken, dass Ihnen die Strukturierung Ihrer Gedanken schwerfällt, kann ein Tool zur Gliederungserstellung eine echte Hilfe sein. Erfahren Sie, wie Sie mit einem Gliederungsgenerator eine perfekte Struktur erstellen können.

Methodik und theoretischen Rahmen sauber herleiten

Sobald Ihre Forschungsfrage steht, geht es ans Eingemachte: die Methodik. In diesem Teil des Exposés erklären Sie nicht nur, was Sie untersuchen, sondern vor allem, wie Sie dabei vorgehen. Stellen Sie sich diesen Abschnitt wie den Maschinenraum Ihrer Arbeit vor – hier muss alles präzise, logisch und absolut nachvollziehbar sein.

Ihr Betreuer will an dieser Stelle erkennen, dass Sie einen handfesten Plan haben, um Ihre Frage systematisch zu beantworten. Es geht darum, Ihr Vorgehen zu begründen und zu zeigen, dass es für Ihr Vorhaben wirklich das passende Werkzeug ist. Eine schwammige oder schlecht begründete Methodik ist tatsächlich einer der häufigsten Gründe, warum ein Exposé durchfällt.

Ein Student zeichnet ein Flussdiagramm, umgeben von Studienmaterialien und einem Laptop, mit dem Schriftzug 'METHODIK & THEORIE'.

Das richtige Forschungsparadigma wählen

Die erste große Entscheidung, die Sie treffen müssen, ist die zwischen einem qualitativen und einem quantitativen Forschungsansatz. Was Sie hier wählen, hängt unmittelbar von Ihrer Forschungsfrage und dem ab, was Sie herausfinden möchten. Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“, sondern nur ein „passend“ oder „unpassend“.

  • Quantitativer Ansatz: Hier dreht sich alles ums Messen, Zählen und die statistische Auswertung von Daten. Oft ist das Ziel, Hypothesen zu prüfen und möglichst allgemeingültige Aussagen zu treffen. Typische Methoden sind standardisierte Umfragen, Experimente oder Inhaltsanalysen mit festen Kategorien.
  • Qualitativer Ansatz: Dieser Weg zielt auf ein tieferes Verständnis von Zusammenhängen, Motiven und Erfahrungen ab. Er ist perfekt, wenn Sie komplexe Phänomene in ihrem natürlichen Umfeld untersuchen wollen. Methoden dafür sind zum Beispiel Experteninterviews, Fallstudien oder eine qualitative Inhaltsanalyse.

Im Exposé müssen Sie Ihre Wahl überzeugend begründen. Warum ist eine quantitative Umfrage mit 300 Teilnehmern für Ihr Thema sinnvoller als fünf qualitative Tiefeninterviews – oder eben genau umgekehrt? Machen Sie sich den Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung noch einmal klar, um diese Entscheidung souverän zu vertreten.

Den theoretischen Rahmen abstecken

Der theoretische Rahmen ist untrennbar mit der Methodik verbunden. Er ist das wissenschaftliche Fundament, auf dem Ihre gesamte Argumentation aufbaut. Hier legen Sie dar, welche etablierten Theorien, Modelle oder Konzepte Sie nutzen, um Ihre Ergebnisse später einzuordnen und zu interpretieren.

Man könnte auch sagen: Ihre Daten sind die einzelnen Bausteine. Der theoretische Rahmen ist der Bauplan, der Ihnen zeigt, wie Sie diese Steine zusammensetzen, um am Ende ein stabiles Gebäude – Ihre wissenschaftliche Argumentation – zu errichten.

Ohne einen klaren theoretischen Rahmen verkommt Ihre Analyse schnell zu einer reinen Beschreibung von Daten. Erst die Anbindung an eine Theorie erlaubt es Ihnen, Zusammenhänge zu erklären, zu bewerten und wirklich fundierte Schlussfolgerungen zu ziehen.

Es genügt also nicht, einfach nur eine Theorie beim Namen zu nennen. Erklären Sie kurz, warum genau dieses Modell (zum Beispiel das „Technology Acceptance Model“ bei einer Arbeit über neue Software) für Ihre Forschungsfrage relevant ist. Zeigen Sie, dass Sie verstanden haben, wie die Theorie funktioniert und wie Sie sie auf Ihren konkreten Fall anwenden wollen. Dieser Teil beweist die wissenschaftliche Tiefe Ihres Vorhabens und ist ein klares Qualitätsmerkmal für einen durchdachten Aufbau eines Exposés.

Zeitplan und Literaturverzeichnis strategisch nutzen

Ein überzeugendes Exposé braucht mehr als nur eine zündende Idee. Es muss auch zeigen, dass Sie Ihr Projekt im Griff haben. Genau das beweisen Sie mit einem durchdachten Zeitplan und einem vorläufigen Literaturverzeichnis. Sehen Sie diese beiden Teile nicht als lästige Pflicht – sie sind Ihre Chance, Planungskompetenz und wissenschaftliche Sorgfalt unter Beweis zu stellen.

Für Ihren Betreuer sind sie ein klares Signal: Sie können den Arbeitsaufwand realistisch einschätzen und haben sich schon tief in die relevante Forschung eingearbeitet. Ein solider Plan im Aufbau eines Exposés schafft von Anfang an Vertrauen und zeigt, dass Sie professionell an die Sache herangehen.

Schreibtisch mit aufgeschlagenem Zeitplan, Notizbüchern und Zimmerpflanze. Der Titel 'Zeitplan & Literatur' ist prominent.

Der Arbeitsplan als Machbarkeitsstudie

Ein guter Zeitplan ist keine starre Liste von Deadlines, sondern Ihre persönliche Roadmap zum Erfolg. Er zerlegt das große, vielleicht noch etwas einschüchternde Forschungsprojekt in verdauliche Arbeitspakete. So wird klar, dass Sie die einzelnen Schritte wirklich durchdacht haben.

Am besten strukturieren Sie den Plan chronologisch und ordnen jeder Phase ein realistisches Zeitfenster zu. Mein Tipp aus Erfahrung: Planen Sie unbedingt Pufferzeiten ein. Fast jedes Projekt stößt auf unvorhergesehene Hürden, und ein Puffer bewahrt Sie vor Panik.

Ein bewährter Aufbau für Ihren Arbeitsplan könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Phase 1 (Woche 1-3): Vertiefende Literaturrecherche und die finale Eingrenzung des Themas.
  • Phase 2 (Woche 4-7): Praktische Arbeit, z. B. Interviews führen oder eine Umfrage konzipieren und durchführen.
  • Phase 3 (Woche 8-10): Auswertung der gesammelten Daten und das erste Niederschreiben der Kernergebnisse.
  • Phase 4 (Woche 11-12): Jetzt bekommen die Ergebnisse einen Rahmen: Einleitung und Fazit verfassen.
  • Phase 5 (Woche 13-14): Erste Korrekturrunde und Überarbeitung des gesamten Textes.
  • Phase 6 (Woche 15): Finales Lektorat, Formatierung und Abgabe.

Dieser Plan ist nicht nur für Ihren Betreuer wichtig. Er ist vor allem Ihr eigenes Werkzeug, um den Überblick zu behalten und motiviert zu bleiben.

Das Literaturverzeichnis als Fundament

Das vorläufige Literaturverzeichnis wird oft stiefmütterlich behandelt, dabei ist es Ihre wissenschaftliche Visitenkarte. Hier zeigen Sie schwarz auf weiß, dass Sie die zentrale Fachliteratur zu Ihrem Thema kennen und wissen, auf wessen Erkenntnissen Sie aufbauen.

Es geht hier nicht um Masse. Eine endlose Liste beeindruckt niemanden. Stattdessen sollten Sie eine fokussierte Auswahl von etwa 10 bis 15 zentralen Werken treffen, die das Rückgrat Ihrer Arbeit bilden. Dazu gehören typischerweise:

  • Wichtige Standardwerke und Monografien zum Thema
  • Aktuelle Fachartikel aus renommierten Journals
  • Grundlegende theoretische Texte, auf die Sie sich beziehen

Stellen Sie sich das Literaturverzeichnis wie das Fundament eines Hauses vor. Ist es brüchig, weil die Quellen veraltet oder irrelevant sind, wird das gesamte Gebäude Ihrer Argumentation wackeln.

Eine gut zusammengestellte Literaturliste beweist, dass Sie Wichtiges von Unwichtigem trennen können. Falls Sie bei der formalen Gestaltung unsicher sind, finden Sie in unserem Leitfaden wertvolle Tipps, wie Sie ein Literaturverzeichnis erstellen, das akademischen Ansprüchen genügt. Klar, dieses Verzeichnis wird im Laufe der Arbeit noch wachsen – aber der Grundstein wird genau hier gelegt.

Typische Fehler im Exposé – und wie Sie sie vermeiden

Selbst die beste Forschungsidee kann an einem unglücklich formulierten Exposé scheitern. In meiner Erfahrung sind es oft dieselben Stolpersteine, die Betreuende sofort erkennen und die den so wichtigen ersten Eindruck trüben. Die gute Nachricht ist: Wenn man diese typischen Fehler kennt, kann man sie gezielt umgehen.

Ein schwaches Exposé liegt selten an einer schlechten Idee. Meistens ist es das Ergebnis einer noch nicht ganz ausgereiften Planung und mangelnder Präzision. Es signalisiert dem Betreuer, dass der Weg zum Ziel noch neblig ist. Sehen Sie die folgenden Punkte als Ihre persönliche Checkliste, um genau diese Klippen sicher zu umschiffen.

Die unpräzise Forschungsfrage

Der wohl häufigste und gleichzeitig folgenreichste Fehler ist eine zu allgemeine oder schwammige Forschungsfrage. Sätze wie „Ich möchte etwas über Social Media und Politik schreiben“ sind keine Forschungsfrage, sondern bestenfalls ein grobes Themengebiet. Eine solche Unschärfe lässt Ihr gesamtes Vorhaben in der Luft hängen.

Negativbeispiel: „Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Arbeitswelt?“

Diese Frage ist viel zu weit gefasst. Man könnte damit Dutzende von Doktorarbeiten füllen. Es bleibt völlig unklar, welche Aspekte der Digitalisierung (KI, Remote-Arbeit, Plattformökonomie?) und welche Bereiche der Arbeitswelt (Industrie, Dienstleistung, Handwerk?) überhaupt gemeint sind.

So geht es besser: „Inwiefern hat die Einführung von KI-gestützten Analysetools die Anforderungsprofile für Controller in mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland seit 2020 verändert?“

Diese Frage ist spezifisch, sie zielt auf ein messbares Ergebnis und ist klar eingegrenzt. Sie gibt eine exakte Richtung vor und macht den Aufbau eines Exposés sofort logisch und nachvollziehbar.

Der fehlende rote Faden

Ein weiterer Klassiker ist die fehlende logische Verbindung zwischen den einzelnen Teilen des Exposés. Man liest es und merkt: Die Forschungsfrage passt nicht zur gewählten Methode, das Ziel ergibt sich nicht aus der Problemstellung, und der Forschungsstand wirkt wie eine lose Zettelsammlung.

Ein gutes Exposé erzählt eine einzige, schlüssige Geschichte. Jeder Abschnitt, von der Einleitung bis zum Zeitplan, muss eine logische Konsequenz des vorherigen sein und den Leser zum nächsten führen.

Stellen Sie sich beim Schreiben immer wieder selbst diese Kontrollfragen:

  • Beantwortet meine Methode wirklich exakt meine Forschungsfrage?
  • Leitet sich mein Ziel direkt und unmissverständlich aus der Problemstellung ab?
  • Zeigt mein Forschungsstand genau die Lücke auf, die meine Arbeit füllen wird?

Fehlt dieser rote Faden, zerfällt Ihr Exposé in unverbundene Einzelteile und verliert seine Überzeugungskraft.

Unrealistische Planung

Ein zu optimistischer oder lückenhafter Zeitplan ist ein klares Warnsignal für jeden erfahrenen Betreuer. Er deutet darauf hin, dass Sie den Arbeitsaufwand möglicherweise unterschätzen. Arbeitsphasen wie „Datenauswertung“ oder „Schreiben“ sind oft viel zu knapp bemessen, während Pufferzeiten für unvorhergesehene Hürden komplett fehlen.

Ein solcher Plan wirkt nicht ambitioniert, sondern eher unerfahren. Er zeigt, dass Ihnen noch die praktische Vorstellung fehlt, was es heißt, ein wissenschaftliches Projekt zu managen. Mein Tipp: Planen Sie lieber etwas konservativer und bauen Sie gezielt Puffer ein. Das beweist Weitsicht und Professionalität.

Exposé-Fragen aus der Praxis: Schnelle Antworten auf typische Probleme

Zum Schluss möchte ich noch auf ein paar Fragen eingehen, die mir in der Betreuung von Studierenden immer wieder begegnen. Betrachten Sie das hier als Ihren kleinen Spickzettel für die typischen Stolpersteine beim Erstellen eines Exposés. Diese Antworten sollen Ihnen helfen, die letzten Unsicherheiten zu klären, damit Sie selbstbewusst in Ihr Projekt starten können.

Wie viele Seiten sollte ein Exposé für die Bachelorarbeit haben?

Als Faustregel hat sich für eine Bachelorarbeit ein Umfang von fünf bis zehn Seiten durchgesetzt. Aber lassen Sie sich von der Seitenzahl nicht verrückt machen. Viel entscheidender ist, dass der Inhalt auf den Punkt gebracht ist.

Es geht darum, alle wichtigen Bausteine – von der Forschungsfrage über die Methode bis zum Zeitplan – klar und überzeugend darzulegen. Klären Sie die genauen Vorgaben aber unbedingt mit Ihrer Betreuungsperson ab. Je nach Institut oder Fachbereich kann es da kleine, aber feine Unterschiede geben.

Was mache ich, wenn mein Betreuer das Exposé ablehnt?

Erstmal tief durchatmen! Eine Ablehnung ist kein Weltuntergang, ganz im Gegenteil. Es ist extrem wertvolles Feedback, das Sie davor bewahrt, wochenlang in die falsche Richtung zu arbeiten. Sehen Sie es als Chance, Ihr Vorhaben von Anfang an auf eine solide Basis zu stellen.

Bitten Sie um ein Gespräch und fragen Sie ganz konkret nach, wo die Schwachstellen liegen. Ist die Forschungsfrage zu schwammig? Passt die geplante Methode nicht? Oft sind es genau diese Punkte. Dieses Feedback ist pures Gold und hilft Ihnen, Ihr Projekt entscheidend zu verbessern.

Wie starr muss ich mich an den Zeitplan im Exposé halten?

Der Zeitplan ist vor allem Ihr persönlicher Fahrplan und der Beweis für Ihre Betreuungsperson, dass Sie den Aufwand realistisch einschätzen können. Es ist aber völlig normal, dass sich im Laufe des Forschungsprozesses Dinge verschieben. Forschung ist selten eine gerade Linie.

Ein Zeitplan ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz, sondern ein Werkzeug, das mit Ihnen wächst. Er soll Ihnen Struktur geben, Sie aber nicht in ein Korsett zwängen.

Wichtig ist nur: Wenn Sie merken, dass Sie deutlich vom Plan abweichen oder größere Hürden auftauchen, sprechen Sie proaktiv und ehrlich mit Ihrer Betreuungsperson. Transparenz ist hier der Schlüssel.

Kann ich meine Forschungsfrage nach dem Exposé noch ändern?

Ja, natürlich. Kleinere Anpassungen und Schärfungen der Forschungsfrage sind nicht nur erlaubt, sondern oft sogar ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass Sie tief in die Materie eintauchen und neue Erkenntnisse gewinnen.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie das Thema oder die grundlegende Ausrichtung komplett über den Haufen werfen wollen. Das genehmigte Exposé ist quasi Ihr Vertrag mit der Betreuungsperson. Eine so wesentliche Änderung müssen Sie daher sofort besprechen. Meistens bedeutet das, dass Sie ein überarbeitetes Exposé einreichen müssen, um die neue Richtung offiziell absegnen zu lassen.


Steht Ihre Gliederung, aber die Zeit für das Schreiben wird knapp? IntelliSchreiber erstellt für Sie in Minuten eine vollständige, wissenschaftliche Arbeit mit echten Quellen und perfektem Literaturverzeichnis. Konzentrieren Sie sich auf die Forschung – wir kümmern uns um den Text. Testen Sie es jetzt und sparen Sie wertvolle Zeit!

IntelliSchreiber

Ein Unternehmen von:

Kaan AI Engineering, Kaan Götürmen, Gilardi str. 15a, 90584 Allersberg

kaan@intellischreiber.de